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Themenflyer Landnutzung

Thüringen verfügt über eine attraktive Kulturlandschaft. Große Infrastrukturprojekte jedoch verändern die Kulturlandschaft, meist zum Nachteil von Landwirtschaft und Umwelt. Die Landwirtschaft ist vom Flächenverbrauch besonders belastet, weil der Verlust der Flächen oft mit dem Verlust von  besten Böden einhergeht. Der Schutz der nicht erneuerbaren Ressource Boden muss oberste Priorität haben, wenn Landwirtschaft leistungsfähig erhalten werden soll. Thüringen hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Flächenbilanz zwischen Neuinanspruchnahme und Rückwidmung bis 2020 in einem möglichst ausgeglichenen Verhältnis steht. 

(Flyer als PDF)

Landwirtschaft und ländliche Räume

Etwa die Hälfte der Fläche Thüringens wird landwirtschaftlich genutzt. Die meisten Agrarbetriebe haben heute eine Vielfalt von Aufgaben zu bewältigen: die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaften, den Anbau nachwachsender Rohstoffe für die stoffliche und energetische Verwertung, die Bereitstellung von Wärme und Strom, die eigene Verarbeitung und Vermarktung der Produkte oder touristische Angebote. Die Landwirtschaft stellt somit ein zentrales Element und den Motor der Entwicklung ländlicher Räume dar.

An diesen Entwicklungstendenzen hat sich in den letzen Jahren auch die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) ausgerichtet. Ausdruck ist die Struktur der Förderung, die sich im Kern aus zwei Säulen zusammensetzt: die erste Säule sind Direktzahlungen, die die Landwirte als Prämien für ihre Flächennutzung erhalten, die zweite Säule unterstützt den ländlichen Raum in der Gesamtheit. Im Zuge des  „Gesundheitschecks“ der GAP – Reform im Jahr 2008 sind in der Mittelverteilung größere Verschiebungen zwischen diesen Säulen von der EU - Kommission beschlossen worden. Viele Bauern, insbesondere diejenigen mit arbeitsintensiven Produktionszweigen, wie die Tierhaltung, sind besonders nachteilig betroffen. Betriebe in den ostdeutschen Bundesländern haben überdurchschnittliche Einbußen zu verkraften, weil auf Grund ihrer Größe eine stärkere „Wanderung“ der finanziellen Mittel weg von ersten hin zur zweiten Säule stattfindet. Für viele Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, sich mehr denn je auf dem internationalen Markt behaupten zu müssen. Die LINKE spricht sich zwar auch für die Notwendigkeit unternehmerischen Zukunftsdenkens in der Landwirtschaft aus. Die Politik hat aber andererseits die soziale Begleitung der Prozesse zu organisieren, solange sich im Verlauf von Übergangsperioden Existenzen noch nicht selbständig wirtschaftlich tragen können. Milch produzierende Betriebe haben gegenwärtig die größten Probleme zu bewältigen, weil sie produktionsbedingt enorme Investitionsleistungen tätigen mussten und auf Grund des preislichen Verfalls ein kostendeckendes Wirtschaften gegenwärtig fast unmöglich ist. Nichts brauchen Landwirte mehr als verlässliche Rahmenbedingungen und damit Zukunftsfähigkeit. Deshalb fordert die LINKE auch einen „Schutzschild für die Landwirtschaft“.