Zwangsprostituierte brauchen qualifizierte Fachberatungsstelle

GesundheitPresseKarola Stange

In der Diskussion heute im Gleichstellungsausschuss zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel waren sich alle Beteiligten einig, dass mehr getan werden müsse, um den Frauen zu helfen. "Allerdings konnte keine Einigkeit darüber erzielt werden, welche konkreten Schritte notwendig sind", stellt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion fest.
Die Abgeordnete fordert, "schnellstmöglich die Finanzierung einer qualifizierten Fachberatungsstelle, in der die Beraterinnen mit den Aspekten des Ausländer- und Aufenthaltsrechts, der Opferschutzprogramme und der psychosozialen Begleitung gleichermaßen vertraut sind und Opfer wie Beraterinnen umfassenden Schutz erhalten".
Nach Aussagen von Karola Stange ist Thüringen das einzige Bundesland, in dem es keine Kooperationsvereinbarung zwischen der Landesregierung und Beratungsstellen gibt. Es sei ein Irrtum zu glauben, eine solche Beratung könne in den bestehenden Strukturen mitgemacht werden. "Wer sich im Frauenhaus um Opfer häuslicher Gewalt kümmert, kennt sich noch lange nicht mit Menschenhandel und organisierter Kriminalität aus. Ich warne die Landesregierung davor, die bestehenden Beratungsstrukturen zu überfordern und ihnen Aufgaben zuzuweisen, denen sie vor dem Hintergrund ihrer Ausbildung und Aufgabenfülle nicht gewachsen sein können", betont die LINKE-Politikerin.
Sie könne nicht verstehen, wenn fraktionsübergreifende Einigkeit bestehe, umgehend zu handeln, aber es gleichzeitig als unmöglich dargestellt werde, die dafür nötigen Gelder bereit zu stellen. "Probleme, deren Dringlichkeit vor der Verabschiedung eines Doppelhaushaltes noch nicht so offensichtlich waren, müssen auch noch im Laufe eines Haushaltsvollzugs gelöst werden können", so Stange abschließend.