Wirksame Resozialisierung von Frauen nach der Haft sicherstellen!
Karola Stange, Gleichstellungspolitikerin der Fraktion DIE LINKE und Mitglied der Strafvollzugskommission des Landtages fordert, die wirksame Resozialisierung von Frauen nach der Haft in Thüringen sicherzustellen. Die Thüringer Behörden müssten dazu mit Blick auf Absicherung von Fort- und Weiterbildung in der Haft, aber auch mit wirksamen sozialen und therapeutischen Nachsorgemaßnahmen nach Haftende aktiv werden. „Es darf nicht sein, dass inhaftierte Frauen aus Thüringen bei den Thüringer Verantwortlichen aus dem Blick geraten, nur weil mit Sachsen eine Vereinbarung besteht, dass der Thüringer Frauenvollzug in der sächsischen JVA Chemnitz stattfindet“, unterstreicht Karola Stange.
Deshalb hat die Linksfraktion in der Strafvollzugskommission einen Vorort-Besuch in der JVA Chemnitz durchgesetzt, der am Montag kommender Woche stattfindet. In den vergangenen Jahren bzw. zurzeit sind ca. 80 Frauen aus Thüringen in der JVA Chemnitz untergebracht.
„Die Thüringer Behörden und Gremien, wie z.B. die Strafvollzugskommission, haben uneingeschränkt ihre Fürsorge- und Aufsichtspflichten wahrzunehmen, ein Verwaltungsabkommen mit Sachsen ändert daran gar nichts“, betont die LINKE-Gleichstellungspolitikerin. Sie weist darauf hin, dass es für straffällige Frauen im Vollzug besondere Aspekte zu beachten gilt, vor allem, wenn die Betroffenen noch für minderjährige Kinder zu sorgen haben. Daher müsse bei dem Vorortbesuch auch in den Blick genommen werden, wie Lösungen des offenen Vollzugs weiter ausgebaut werden können. Hier bestehe nach aus Anfragen vorliegenden Informationen noch Nachholpotential, was die Anzahl der Plätze in Chemnitz angehe, so Stange. Aus Antworten auf Anfragen lasse sich entnehmen, dass die in der Thüringer JVA Untermaßfeld bestehenden, wenn auch nur ca. 15 Plätze für Offenen Vollzug, zurzeit nur zu einem sehr kleinen Teil genutzt werden. Und das, obwohl eine stärkere Auslastung möglich wäre und auch Frauen aus Thüringen Plätze im offenen Vollzug in Sachsen bevorzugen. Den Gründen müsse nachgegangen werden. Auch auf die medizinische, therapeutische und soziale Unterstützung von Frauen in Haft möchte die LINKE-Abgeordnete bei dem Besuch der Strafvollzugskommission in der JVA Chemnitz ein besonderes Augenmerk legen. „Wir werden als LINKE-Fraktion die Ergebnisse des Besuchs in der sächsischen JVA intensiv auswerten und uns auch weiter dafür einsetzen, dass der Informationsaustausch zwischen Thüringen und Sachsen intensiviert wird“, kündigt sie an.
