Thüringen ist Entwicklungsland bei Gleichstellung von Frauen und Männern

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Anlässlich der heutigen Diskussionsveranstaltung des Landesfrauenrats zum Thema „Gleichstellung auf dem Papier“ erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Karola Stange: „Leider sind bis heute keine wirklichen Verbesserungen erreicht worden. Auch nach mehr als zwei Jahren CDU-SPD-Regierung und der im Koalitionsvertrag vereinbarten Novellierung des Thüringer Gleichstellungsgesetzes ist bislang noch nichts Vorzeigbares auf den Weg gebracht worden.“

Vom Ziel, verbindliche und sanktionsbewährte Regelungen und damit eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen zu erreichen, sei Thüringen noch weit entfernt. „Es ist doch bezeichnend, dass bei den vakanten Stellen im Bereich der Referate zwar acht Männer, aber nur vier Frauen und neun Abteilungsleiter sowie nur eine Abteilungsleiterin eingestellt wurden. „Insgesamt sind von den 654 Referats- und Abteilungsleiterstellen nur ein Viertel mit Frauen besetzt“, fasst Frau Stange zusammen.

Bis heute warten die Thüringer Frauenverbände und -organisationen sowie die Gewerkschaften auf einen Entwurf der Landesregierung, der die Situation der Frauen, aber auch die Arbeit der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten in den Landkreisen und Kommunen, zukünftig weit mehr als bisher auch finanziell unterstützt.

„Solange das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nicht in die Tat umgesetzt wird, werden wir in Thüringen in Sachen Gleichstellung weiter Schlusslicht sein“, konstatiert Frau Stange. Im Januar wird DIE LINKE nach intensiver Beratung mit Fachverbänden einen eigenen Gesetzentwurf in den Landtag einbringen. „Wir werden die Stärkung der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, das Verbandsklagerecht, aber auch die Sanktionierung bei Nichtumsetzung des Gleichstellungsgrundsatzes mit vorlegen“, so Karola Stange.