Rentenangleichung Ost an West längst überfällig
"Es kann nicht angehen, dass 22 Jahre nach der Wende die Ostdeutschen bei den Renten immer noch schlechter gestellt sind als die Seniorinnen und Senioren im Westen", kritisiert Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. "Die Renten müssen endlich an das Westniveau angeglichen werden", fordert die Politikerin und unterstützt damit die Aktion des heute gegründeten "Bündnisses für die Angleichung der Renten in den neuen Bundesländern".
In Anbetracht gestiegener Lebenshaltungskosten in ganz Deutschland sei es nicht hinzunehmen, dass die Differenz zwischen Ost und West von 138 auf 142 Euro pro Monat angewachsen ist. Wer 2009 nach 45 Jahren durchschnittlichen Verdienstes im Westen in Rente ging, erhielt eine Brutto-Standardrente von 1.224 Euro. Im Osten waren es 138 Euro weniger. Wer ab Juli 2012 nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst im Westen in Rente gehen wird, wird rund 1.263,10 Euro pro Monat erhalten. Im Osten werden es dann schon 142 Euro weniger im Monat sein. Bei einer durchschnittlichen Rentenbezugszeit von 18,5 Jahren ergibt das eine Gerechtigkeitslücke von 31.524 Euro.
Der Thüringer Landtag habe bereits einen Beschluss gefasst, dass sich die Landesregierung für einen schnellen Ausgleich stark machen solle. "Wir fordern die Ministerpräsidentin auf, sich endlich für ältere Menschen in ihrem Bundesland einzusetzen und diese Ungerechtigkeit nicht länger hinzunehmen", sagt Karola Stange.
Es sei "unerträglich", dass über zwei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung der aktuelle Rentenwert eines Entgeltpunktes West zum 1. Juli 27,47 Euro beträgt, der eines Entgeltpunktes Ost aber nur 24,37 Euro. Das sei aber nicht alles. "Auch die immer noch vorhandenen Rentenlücken bei zahlreichen Personengruppen, wie z.B. der Versorgung der in der DDR geschiedenen Frauen, der Eisenbahner oder der mithelfenden Frauen in der Landwirtschaft müssen unverzüglich geschlossen werden." DIE LINKE wolle es auch nicht länger hinnehmen, dass eine hohe Anzahl von Rentnerinnen und Rentnern keine Rentenerhöhung bekomme, weil sie noch immer Auffüllbeträge haben, die jedoch nicht die Lebenshaltungskosten abdeckten.
"Es muss schnell gehandelt werden, damit den heute lebenden Rentnerinnen und Rentnern mehr Gerechtigkeit widerfährt", stellt Stange fest. Und hier seien insbesondere Politikerinnen und Politiker aus den neuen Bundesländern gefragt. "In diesem Sinne warten wir auf eine konsequente Interessenvertretung der Thüringer durch ihre Ministerpräsidentin."
