Mehr als einmal wöchentlich extrem rechte Straftaten an Thüringer Schulen

Katharina König-Preuss
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Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, hatte mit einer Kleinen Anfrage Vorfälle mit extrem rechtem, rassistischem oder antisemitischem Hintergrund an Thüringer Schulen im Jahr 2017 erfragt. Das Ergebnis der Anfrage zeigt auf, dass auch an Thüringer Schulen im Durchschnitt mehr als einmal wöchentlich eine entsprechende Tat stattfindet. König-Preuss erklärt dazu: „Mit insgesamt 68 Delikten an Thüringer Schulen, die als rassistisch, extrem rechts oder antisemitisch eingestuft wurden, ist leider erneut der bisherige Höchststand von 2015 erreicht.“
 
2014 gab es 45 Delikte an Thüringer Schulen, die der politisch motivierten Kriminalität rechts zugeordnet wurden, 2015 ebenfalls 68 und im Jahr 2016 sanken die Straftaten leicht auf insgesamt 60 Delikte.

Rechtsextreme Straftaten wurden an allen Schulformen festgestellt: von Förderschulen über Regelschulen bis hin zu Gymnasien und sogar an Grundschulen. „Es ist weiterhin dringend notwendig, sowohl die betroffenen Schüler als auch die Lehrerkollegien zum Thema Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren sowie mit entsprechenden Weiterbildungen und der Einbindung zivilgesellschaftlicher Initiativen in Schulen gegen Neonazismus vorzugehen“, so König-Preuss, die auf entsprechende Fördermöglichkeiten auch über das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit verweist.

„Die demokratische Stärkung von Kindern und Jugendlichen ist allerdings nicht allein Aufgabe von Schule, sondern muss von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen und unterstützt werden“, so die Abgeordnete weiter. „Jede extrem rechte, rassistische oder antisemitische Straftat stellt einen weiteren Versuch von Neonazis dar, ihre Symbolik und die damit verbundene Ideologie in gesellschaftlichen Räumen zu verankern. Gerade dem Eindringen von Neonazis mit ihrer menschenverachtenden Politik in Lebensräume von Kindern und Jugendlichen muss konsequentes Handeln entgegengesetzt werden.“


  • Kleine Anfrage "Vorfälle mit extrem rechtem, rassistischem oder antisemitischem Hintergrund an Thüringer Schulen 2017" als PDF herunterladen