Linkspolitikerinnen bei Zalando Erfurt
Am heutigen Mittwoch waren Ina Leukefeld und Karola Stange, beide Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, bei Zalando Erfurt zu Gast. Angesichts zahlreicher Kritik, welche der Logistikbranche derzeit entgegenschlägt, begrüßen die Linkspolitikerinnen die Einladung zur Besichtigung und Diskussion, welche von Zalando ausgesprochen wurde.
Zalando wächst und lernt - so könnte ein kurz zusammenfassendes Statement der heutigen Gespräche lauten. Innerhalb kürzester Zeit ist die Zahl der Mitarbeiter, darunter viele Frauen, auf 1.600 Menschen angewachsen, eine weitere Zunahme wird vom Unternehmen angestrebt. "Dies bedeutet ohne Frage eine Vielzahl an Jobs und Chancen für Thüringen, darunter ohne Zweifel auch für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt lange als abgeschrieben galten. Auch die Übernahmeangebote für Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen, die etwa zehn Prozent der Belegschaft stellen, nach drei Monaten Einsatzdauer sind in dieser Hinsicht zu begrüßen. Das Prädikat ,Arbeitgeber des Jahres' kann DIE LINKE trotzdem nicht verleihen: Der gezahlte Einstiegslohn von 8,53 Euro droht für diejenigen Beschäftigten, die in den internen Vorgängen nicht höher qualifiziert werden, zu einer Sackgasse zu werden. Es fehlen noch ein Betriebsrat und die Tarifbindung. Zudem erscheint die Standardbefristung von einem Jahr als übertrieben", konstatiert die Arbeitsmarktpolitikerin Leukefeld.
Karola Stange, Direktkandidatin zur Bundestagswahl in Erfurt, Stadträtin sowie Sprecherin für Gleichstellungs- und Behindertenpolitik, ergänzt: "Für viele Erfurterinnen und Erfurter bedeutet Zalando sicherlich eine neue Perspektive. Auch Alleinerziehende sollen jetzt mittels Teilzeitmodellen und einer ,Eltern-Schicht' mehr Chancen erhalten. Dies bedeutet einen wichtigen Fortschritt hin zu einem sozialverantwortlichen Unternehmen. Darüber hinaus bleibt aber noch einiges zu tun. Beispielsweise kann und muss Zalando verstärkt auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen, um die vorgeschriebene Fünf-Prozent-Quotierung zu erreichen. Dass wir hierbei bei einer guten Gesprächsatmosphäre auf offene Ohren stießen, gibt aber Hoffnung."
Die Ankündigung, dass einiges von dem Hinterfragten aufgrund der derzeitigen Aufbausituation vorherrscht und in Zukunft überwunden werden soll, werden wir bei einem Besuch im nächsten Jahr kritisch überprüfen, kündigen beide Abgeordnete abschließend an.
