Krankenkassen müssen sich bei Hebammen-Vergütung weiter bewegen

PresseKarola StangeGesundheit

„Es ist erfreulich, dass die freiberuflichen Hebammen jetzt pro Geburt eine höhere Vergütung erhalten sollen“, sagt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. „Das reicht aber nicht. Ein durchschnittlicher Stundenlohn von knapp 7,50 Euro ist bei einer so anspruchsvollen Tätigkeit geradezu ein Witz.“

Allein die Tatsache, dass Hebammen Versicherungspolicen über mehrere Millionen Euro abschließen müssten, zeige doch, welch hohe Verantwortung für das Leben von Menschen sie trügen. „Es ist mir unverständlich, wie die Krankenkassen trotz Milliardenüberschüssen eine Anhebung des Stundenlohns von 7,50 Euro auf 10 Euro verweigern können“, betont die LINKE-Politikerin.

Anstatt dieses unwürdige Geschachere endlich zu beenden, würden die Hebammen nun von den Krankenkassen genötigt, die Schiedsstelle anzurufen. Die steigenden Kosten z.B. für Sprit und Strom, für Räume und Fortbildung ließen sich nicht mit einer einmaligen Honorarvergütung für die Geburtsbetreuung ausgleichen. Besuche von Hebammen am Wochenbett oder Angebote im ländlichen Raum würden weiterhin unter der geringen Vergütung leiden oder gar nicht mehr angeboten werden, so Frau Stange weiter.

„Selbst zehn Euro Stundenlohn werden der Hebammen-Arbeit nicht gerecht“, stellt die Abgeordnete fest – „umso beschämender, dass nicht einmal diese Vergütung möglich ist“. Die LINKE unterstütze die Hebammen auch weiterhin in ihrem Kampf um faire, Existenz sichernde Arbeitsbedingungen und eine höhere Wertschätzung des Berufes.