Konspiratives Treffen von Rechtsextremen in Zeulenroda
Nach Erkenntnissen der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag findet an diesem Wochenende im Bio Seehotel Zeulenroda das diesjährige „Lesertreffen“ der rechtsextremen Zeitschrift „Zuerst!“ statt. Konspirativ war die Veranstaltung seit Wochen für den Raum Sachsen-Anhalt/Thüringen beworben worden.
Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Linksfraktion, sagt: „Thüringen hat sich in den letzten Jahren zur Wohlfühl-Zone für Neonazi-Veranstaltungen entwickelt. Das 'Lesertreffen' der 'Zuerst!' ist eine der wichtigsten Tagungen des deutschen Rechtsextremismus.“
Als offizieller Veranstalter tritt der 1992 auf Initiative des langjährigen rechtsextremen Aktivisten und Verleger Dietmar Munier gegründete „Schulverein zur Förderung der Russlanddeutschen in Ostpreußen e.V.“ auf. Munier ist auch Herausgeber der Zeitschrift „Zuerst!“, die 2010 das Erbe des Traditionsblattes des deutschen Neonazismus („Nation & Europa“) übernommen hat. Jährlich organisiert die Zeitschrift ein „Lesertreffen“ mit regelmäßig mehreren hundert Teilnehmern, darunter auch immer wieder hochrangige Funktionäre des Neonazismus.
In der „Zuerst!“ kommen Vertreter des deutschen und europäischen Rechtsextremismus zu Wort, aber auch der Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke gab zwei Interviews. Das Blatt durchziehen rassistische und geschichtsklitternde Artikel. Auf der Tagung in Zeulenroda werden eine Reihe einschlägiger Referenten angekündigt, unter anderem die FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz.
Diana Skibbe, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag aus Zeulenroda, kommentiert: „Mich erschreckt das Zustandekommen einer solchen Veranstaltung. Wenn bis zu 400 Personen zu einer rechtsextremen Tagung zusammenkommen, besteht Gefahr für Menschen in der Stadt. Ich fordere den Betreiber des Hotels auf, den Vertrag zu stornieren und den Ruf seines Hauses und unserer Stadt nicht mit einer bundesweiten Veranstaltung des Rechtsextremismus in Verbindung zu bringen. Ich hoffe, dass die Polizei vor Ort sein wird und eine Gefährdung für Bürgerinnen und Bürger ausgeschlossen wird.“
