Jahreswechsel: Hebammenarbeit erneut gefährdet

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Mit dem Wechsel zum Jahr 2014 steigt die Haftpflicht für Hebammen erneut um 20 Prozent, sie müssen dann über 5.000 Euro Beiträge zur Absicherung der Geburtshilfe bezahlen. „Damit können sich immer mehr Hebammen ihre ureigenste Arbeit – die Hilfe bei der Geburt eines Kindes – nicht mehr leisten“, kritisiert Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, und betont: „Seit Jahren kämpfen die Hebammen ums Überleben – und sie werden immer noch allein gelassen.“

Das sei ein frauenpolitischer, aber auch gesellschaftlicher Skandal. „Wenn die Geburt nur noch in den Händen von Ärzten liegt, geht uraltes Wissen verloren“, sagt Karola Stange. Hebammen können durch kein Krankenhaus, keinen Medizinapparat und auch nicht durch noch so gute Ärztinnen und Ärzte ersetzt werden“.  

DIE LINKE hat längst Vorschläge gemacht, wie trotz eines guten Versicherungsschutzes für Gebärende die Hebammen von den absurd hohen Versicherungsbeiträgen entlastet werden können. Eine Maßnahme wäre, die Beitragssumme mit einer Kappungsgrenze von maximal fünf Prozent zu versehen, die an den Einkünften der Hebammen bemessen wird. Die Hebammen selbst hatten den Vorschlag eines steuerfinanzierten Fonds gemacht, der Schadensfälle oberhalb einer definierten Schadensobergrenze absichert und damit eine Exedentendeckung übernimmt.