Internationaler Hebammentag: Frauen nicht alleine lassen!
Anlässlich des morgigen Internationalen Hebammentages kritisiert die Gleichstellungspolitikerin der Linksfraktion, Karola Stange, den Stillstand bei den Verhandlungen zwischen Politik, Krankenkassen und Hebammen. Nach wie vor müssten Hebammen so hohe Beiträge für die Haftpflichtversicherung zahlen, dass der Berufsstand auf Dauer gefährdet sei. „Damit wird aber auch die Begleitung der Frauen vor und nach der Geburt eines Kindes immer schwieriger.“
Der Deutsche Hebammenverband beklage, dass es nicht nur in Afghanistan oder Haiti eine unzureichende Betreuung von Müttern und Kindern gäbe, sondern die Betreuung der Frauen auch in Deutschland immer schwerer werde. So existiere auf der einen Seite eine Überversorgung gesunder Schwangerer im medizinisch-technischen Bereich, auf der anderen Seite fehlten aber Hebammen, um dem großen Bedürfnis der Frauen nach Selbstbestimmung gerecht zu werden.
Der Kampf der Hebammen in der Bundesrepublik währt nun schon mehr als zwei Jahre, es wurden Hunderttausende Unterschriften gesammelt, Protestaktionen veranstaltet, Gespräche geführt – geschehen ist bislang nichts. „Es kann nicht angehen, dass sich die Politik wegduckt und sich die Krankenkassen mit lächerlichen Angeboten des Problems zu entledigen versuchen“, kritisiert Karola Stange. Die Finanzierung der Hebammen müsse endlich aus der Reichsversicherungsordnung von 1911 heraus. Dafür sei die Politik zuständig. Die Krankenkassenverbände müssten sich ihrerseits bei den Vergütungsregelungen bewegen. „Wenn Hebammen von ihrem Beruf nicht mehr leben können, werden sie sich nach einem anderen umsehen müssen“, sagt Frau Stange. Die Leidtragenden seien am Schluss die Frauen mit ihren Kindern. „Das ist schon an sich ein Skandal, in Zeiten niedriger Geburtenraten ist dies aber geradezu absurd.“
Die LINKE Abgeordnete fordert die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, „dass die Hebammenvergütung ins SGB V aufgenommen wird und nicht länger in der völlig antiquierten Reichsversicherungsordnung verbleibt“. Es sei „nicht länger hinzunehmen, dass die Versorgung von Frauen auf Regelungen einer längst untergegangenen Gesellschaft basiert“, so Frau Stange.
