Inklusionsinitiative bleibt leider Stückwerk
Zur heute vorgestellten "Inklusionsinitiative für Ausbildung und Beschäftigung", die unter anderem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Arbeitgeberverbänden und Kammern, der Bundesagentur für Arbeit und den Behindertenbeauftragten getragen wird, erklärt Karola Stange, behindertenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Die Initiative weist sicherlich den richtigen Weg: Menschen mit Behinderungen dürfen nicht in Werkstätten abgeschoben werden, sondern haben einen Anspruch auf einen angemessenen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Trotzdem wiederholt auch dieses Programm alte Fehler."
Frau Stange begrüßt vor allem, dass Sensibilisierung und Information einen zentralen Stellenwert im Rahmen der neuen Initiative haben. "Befürchtungen auf Arbeitgeberseite müssen effektiv abgebaut werden, dies ist vollkommen zu Recht als erster Schritt erkannt worden. Viele Menschen mit Behinderungen sind nachweislich für ihre Arbeitgeber eine Bereicherung, wenn erst mal die Hemmnisse in den Köpfen beseitigt sind. Dies eröffnet dann Möglichkeiten bei Ausbildung und im Erwerbsleben", erläutert die Fachpolitikerin.
Allerdings werden auch andere, alte Fehler erneuert, wie die kritische Begutachtung zeigt. "Wieder einmal wird für viel Geld ein auf drei Jahre befristetes Programm aufgelegt. 4.000 Stellen sollen mit 50 Millionen Euro aus den Mitteln des Ausgleichfonds geschaffen werden. Dieses Vorgehen und seine Folgen kennen wir aus Thüringen zur Genüge: Menschen mit Behinderungen hangeln sich von Programm zu Programm, weil die Behinderung natürlich auch nach drei Jahren immer noch besteht. Hier braucht es endlich eines Paradigmenwechsels. Wir brauchen individualisierte Lösungen, wie sie unser Vorschlag für ein ,Budget für Arbeit' bietet, die gegebenenfalls ein Leben lang begleitend unterstützen und Sicherheit für die Betroffenen bieten", fordert Frau Stange abschließend.
