Hebammenarbeit vor dem Aus? - Landtag verschiebt Diskussion

PresseKarola StangeGleichstellung

Ein von Bündnis 90/Die Grünen eingereichter Dringlichkeitsantrag zur Situation der Hebammen wurde zwar auf die Tagesordnung genommen, jedoch verweigerten die regierungstragenden Fraktionen CDU und SPD gemeinsam die Aufnahme in dieses Plenum. "Das nenne ich scheinheilig", kritisiert Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. "Wer die schwierige Situation der Hebammen ernst nimmt, darf die Diskussion nicht unnötig verschleppen", betont die Abgeordnete.

DIE LINKE begleitet die Hebammen schon seit Jahren in ihrem Kampf um das Überleben ihres Berufsstandes. "Bereits im Juli 2012 haben wir in einem Antrag Vorschläge gemacht, wie die Belastung der Hebammen mit Haftpflichtbeiträgen so gelöst werden könnte, dass keine Geburtshelferin ihren Beruf aufgeben muss", stellt die LINKE-Politikerin fest. Dazu gehören eine Pflicht für die Versicherer, den Hebammen eine Versicherung anzubieten sowie die Einrichtung eines Fonds, der hohe Schadensfälle ausgleichen kann. DIE LINKE werde auch weiterhin solidarisch an der Seite der Hebammen stehen und als nächsten Schritt einen Selbstbefassungsantrag in den Gleichstellungsausschuss des Landtages einbringen. "Hebammen dürfen nicht zwischen dem Nicht-Handeln von Versicherern, Krankenkassen und Politik zerrieben werden. Wir brauchen endlich Lösungen, mit denen der Berufsstand von Hebammen dauerhaft gesichert werden kann", so Frau Stange.