Frauenquote auch in Thüringen ernst nehmen
„Keine Lippenbekenntnisse mehr, sondern verbindliche gesetzliche Regelungen zur geschlechtergerechten Besetzung von Aufsichtsräten und Vorständen“, fordert Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Sie kritisiert die ungenügenden Anstrengungen der Thüringer Landesregierung, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.
Die Landesregierung habe es nicht einmal geschafft habe, den eigentlich für September angekündigten Bericht über die Maßnahmen zur Verbesserung der Frauenbeteiligung vorzulegen. Die Abgeordnete der Linksfraktion verweist auf die von einem überparteilichen Bündnis getragene „Berliner Erklärung“ zur Einführung einer Frauenquote von mindestens 30 Prozent bei Aufsichtsräten von börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen. In der Erklärung fordern zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verbänden, Wirtschaft und Gewerkschaften, aus Wissenschaft, Kultur und Medien die Einhaltung des Artikels 3 des Grundgesetzes, demzufolge die Politik dazu angehalten ist, sich aktiv für die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen. „Alle bisherigen Versuche, über freiwillige Vereinbarungen mehr Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft einzubeziehen, sind gescheitert. Sonntagsreden wurden genug gehalten“, stellt Karola Stange fest.
Während die Forderungen der LINKEN im Thüringer Landtag nach einer Frauenquote von der Landesregierung abgelehnt werden, finden sich in der Berliner Erklärung zahlreiche prominente Persönlichkeiten von CDU und SPD, wie Ursula von der Leyen, Andrea Nahles, Rita Süssmuth, Annegret Kramp-Karrenbauer oder Elke Ferner. „Die Mitglieder der Landesregierung sollten sich an ihren Parteifreundinnen ein Beispiel nehmen und endlich mit der Mär der wirtschaftlich-demokratischen Eigendynamik aufhören“, betont Frau Stange und sagt abschließend: „Auf Gerechtigkeit kann man nicht warten, die muss man herstellen.“
