Frauen lassen sich nicht für dumm verkaufen!
"Wer glaubt, irgendeine Wählerin lasse sich von inhaltsleeren Kompromissen überzeugen, glaubt wahrscheinlich auch, dass Frauen von Geburt an dumm sind", kommentiert Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, den sogenannten Kompromiss zur Frauenquote. "Die Ankündigung, in sieben Jahren eine Frauenquote in ein Wahlprogramm zu schreiben, ist mehr als peinlich."
Frauen wüssten, was sie von Selbstverpflichtungen, Versprechen und derlei Ankündigungspolitik zu halten hätten. Wer einen Antrag mit der Begründung ablehne, man könne nach fast zwei weiteren Wahlperioden noch mal darüber reden, unterschätze die Dynamik, die die Quotendiskussion mittlerweile habe. "Unabhängig davon, in welchem Umfang Frauen von einer Quote in Aufsichtsräten oder Führungspositionen profitieren, geht es längst um mehr", sagt die Gleichstellungspolitikerin. "Ob Frauen von Posten ausgeschlossen werden, weil die Männerseilschaften dominieren, ist eine Frage der Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Machtverteilung."
So absurd wie diese Ankündigung sei auch die Diskussion um Qualität statt Quote. Immer dann, wenn Frauen alte Machtbastionen stürmten, würde ihnen die Qualifikation dafür abgesprochen. "Vor hundert Jahren war die Wissenschaft noch überzeugt, Frauen könnten nicht logisch denken, heute können sie anscheinend keine Bilanzen lesen", sagt Karola Stange. Sie ist davon überzeugt, dass nicht jeder Mann seinen Posten in Aufsichtsräten und Vorständen behalten könnte, wenn die Qualitätsfrage ernsthaft gestellt würde.
"Wir erwarten, dass sich die Frauen der CDU und CSU, die sich bislang für Quoten eingesetzt haben, nicht auf einen solch lächerlichen Kompromiss einlassen und am Donnerstag für den Antrag im Bundestag stimmen", sagt die LINKE-Politikerin. "Wenn sich Frauen immer mit solchen Unsinnigkeiten hätten abspeisen lassen, würden wir heute noch mit Häubchen rumlaufen und an Wahltagen zu Hause bleiben."
