Frauen in Thüringen arbeiten mehrheitlich zu Niedriglöhnen

PresseKarola StangeGleichstellung

„Wenn mehr als die Hälfte der in Thüringen beschäftigten Frauen zu Niedriglöhnen arbeiten muss, braucht sich die Politik nicht zu wundern, dass die Abwanderungsquote so hoch ist“, sagt Karola Stange zu den heute vom DGB veröffentlichen Zahlen zur Arbeitsmarktsituation von Frauen. „Wenn dann noch nahezu jede fünfte Frau von Armut betroffen ist, vermehren sich die Gründe, nicht in Thüringen bleiben zu wollen“, so die Gleichstellungspolitikerin der LINKEN.

Ähnlich erschreckend seien aber auch die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern und die unfreiwillige Teilzeitquote von Frauen. Frauen verdienten bis zu 30 Prozent weniger und etwa die Hälfte der Frauen arbeitete im Jahr 2010 in Teilzeit, Leiharbeit, befristet oder war geringfügig beschäftigt. Im Gegensatz dazu treffe das nur auf 16 Prozent der Männer zu. „Es ist geradezu beschämend, wie wenig sich Politik und Wirtschaft um bessere Bedingungen für Frauen kümmern“, sagt Karola Stange. „Und das, obwohl alle über Fachkräftemangel und Abwanderung klagen.“

DIE LINKE fordert deshalb auch weiterhin von Arbeitgebern und Gewerkschaften ein Tarifsystem, das gleichwertige Arbeiten auch gleich entlohne. „Hier sind alle gefragt, sich auf ein gerechtes System zu einigen, das auf Dauer die so genannten Frauenberufe aufwertet“, sagt die Frauenpolitikerin. Es gelte aber auch, die Bedingungen in der Leiharbeit zu verbessern, mehr Vollzeitplätze zur Verfügung zu stellen und familienfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen. „Hier gibt es noch viel zu tun – entscheidend ist das Problembewusstsein und der Wille, den Arbeitsmarkt für Frauen gerechter zu gestalten“, fordert Karola Stange.