Fragwürdige Äußerungen der Ministerpräsidentin zum Thema Betreuungsgeld
Äußerungen von Ministerpräsidentin Lieberknecht, die mit der Thüringer CDU für die Einführung eines Betreuungsgeldes auf Bundesebene kämpft, sind nach Auffassung der gleichstellungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Karola Stange, "ein Schlag ins Gesicht all der Mütter, die zu DDR-Zeiten ihre Kinder in Kitas betreuen ließen, aber auch der Frauen, die sich heute für einen baldigen Wiedereinstieg ins Berufsleben entscheiden".
Sie empfinde es als äußerst fragwürdig und halte es für einen Griff in die ideologische Mottenkiste, wenn Frau Lieberknecht erklärt, dass ein Betreuungsgeld das Recht der Frauen auf Freiheit sowie Selbstbestimmung stärke. Frau Stange fragt sich auch, wie die Ministerpräsidentin zu der Auffassung komme, dass in der DDR zu Hause erzogene Kinder eine hohe seelische Stabilität besäßen. Die Gleichstellungspolitikerin der LINKEN wendet sich gegen eine allgemeine Diskreditierung der damaligen Arbeit in den Kinderkrippen und Kindergärten.
Wirkliche Freiheit bestehe vor allem darin, dass "Frauen - aber auch Männer - die Möglichkeit haben, frühzeitig nach der Geburt eines Kindes wieder in ihren Beruf einsteigen zu können", betont Stange und verweist in diesem Zusammenhang auf den notwendigen Kampf um gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, für mehr Frauen in Führungspositionen, aber auch darauf, dass endlich der Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kinderkrippenplatz ab dem ersten Lebensjahr konsequent umgesetzt wird. "Das wären Ziele, für die sich Frau Lieberknecht einsetzen könnte", stellte Stange fest.
"Zudem bestätigen Untersuchungen, dass mit der hohen Arbeitslosigkeit von Eltern, mit der Einführung von Hartz IV und des allgemein gewachsenen hohen Leistungsdrucks verbunden mit der Angst vor persönlichem Versagen eine Zunahme von psychischen Erkrankungen zu verzeichnen ist, die sich natürlich auf die seelische Stabilität bzw. Instabilität der Kinder auswirken", sagt die Landtagsabgeordnete. "Auch vor diesen Tatsachen sollte die Ministerpräsidentin nicht die Augen verschließen."
