DIE LINKE unterstützt den Kampf der Hebammen

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"Es ist ein Trauerspiel, dass nach vier Jahren die Hebammen immer noch um ihre Existenzsicherung kämpfen müssen", sagt Karola Stange gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, und kündigt die Unterstützung der LINKEN bei der Demonstration morgen in Erfurt zum Erhalt des Hebammenberufes an.

Lange Zeit hätten Versicherer, Krankenkassen und Politik die prekäre Lage der Geburtshelferinnen nicht ernst genug genommen. "Wer immer höhere Risiken abzusichern hat, gleichzeitig aber mit einem Durchschnittsverdienst von  8.30 Euro auskommen muss, hat schlechte Zukunftsaussichten", sagt die Abgeordnete.

Es sei längst bekannt, dass diese finanzielle Schieflage immer mehr Hebammen aus ihrem Beruf treibe oder dazu führe, dass sie sich aus der Geburtsbegleitung zurückzögen. Dramatisch werde die Situation jedoch durch den drohenden Ausstieg der Nürnberger Versicherung aus einem Versicherungskonsortium, also dem letzten Haftpflichtangebot. "Wenn hierfür keine zeitnahe Lösung gefunden wird, kommt das einem Berufsverbot gleich", stellt Karola Stange fest, da Hebammen ohne Haftpflichtversicherung nicht in der Geburtshilfe arbeiten dürften.

Bis auf eine minimale Anhebung der Vergütung, sei seit der ersten großen Petition nichts geschehen, kritisiert die Gleichstellungspolitikerin. Die LINKE fordert angemessene Stundenlöhne, die auch durch die Berücksichtigung tatsächlich getätigter Leistungen und häufiger Rufbereitschaft zustande kommen, und eine tragfähige Absicherung möglicher Haftpflichtfälle "Wenn wir nicht sehenden Auges das Aussterben des Hebammenberufes und der Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung hinnehmen wollen, ist es höchste Zeit, jetzt zu handeln und die Probleme nachhaltig zu lösen", so Karola Stange.