Bei Sanierung von Bahnhöfen muss auch Barrierefreiheit hergestellt werden

PresseVerkehr-MobilitätKarola StangeBehindertenpolitik

Angesichts des Plans der Deutschen Bahn AG, in den Jahren 2012 und 2013 vermehrt Bahnhöfe barrierefrei umgestalten zu wollen, erklärt die behindertenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Karola Stange: „Es ist vollkommen unverständlich, warum erst ab einem Reiseaufkommen von 1.000 Bürgerinnen und Bürgern pro Tag Barrierefreiheit, u.a. durch Einbau von Aufzügen oder Anbringen von Rampen, hergestellt werden soll.“

Wer drei Jahre nach Ratifizierung der UN-Konvention noch solche Maßstäbe zum Nonplusultra mache, verkenne, „dass jede Bürgerin und jeder Bürger, egal ob mit Kinderwagen, mit Rollstuhl oder Gehhilfe, egal ob Jung oder Alt, ein Recht haben muss, barrierefrei die Bahnsteige auch in kleineren Bahnhöfen oder Haltestellen zu betreten“, sagt Frau Stange.
Allein das Beispiel des Bahnhofs Vieselbach bei Erfurt zeige, dass die Investitionssumme nicht sachgerecht im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger eingesetzt wurde. Die Bahn habe eine Diskriminierung vieler Menschen bewusst in Kauf genommen, da die Bahnsteige z. B. für Rollstuhlfahrer nicht nutzbar sind. Im Sommer 2011 war mit einem großen zweistelligen Millionenbetrag der Bahnhof zwar saniert, aber nicht barrierefrei gestaltet wurden.