Arzneimittelbericht: Stange fordert mehr Frauengesundheitsforschung

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„Der aktuelle Arzneimittelbericht der Barmer GEK zeigt einmal mehr, dass Frauen anders behandelt werden müssen als Männer“, stellt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, fest. Es sei längst bekannt, dass sich Herzinfarkte bei Frauen anders äußern und Medikamente andere Nebenwirkungen haben als bei Männern. Der Bericht zeige auch, dass Medikamentensucht bei Frauen nicht selten Folge einer eifrigen Verschreibungspraxis sei.

Pharma-Industrie und Medizin richten Forschung, Medikamenten-Entwicklung und Behandlungsmethoden noch weitgehend an Männern aus. „Das führt zu wirkungslosen oder falschen Behandlungen von Frauen und zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen“, konstatiert Karola Stange. „Die klinische Forschung muss frauenspezifischer werden“, fordert die LINKE-Politikerin in Übereinstimmung mit dem zweiten Vorsitzenden der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. Aber auch in Medizinstudium und Weiterbildung müsse auf geschlechtsspezifische Unterschiede geachtet werden.

„Ich erneuere auch meine Forderung nach einem Frauengesundheitsbericht für Thüringen“, sagt Stange. „Wenn wir Verbesserungen bei der medizinischen Betreuung von Frauen sowie bei der Vermeidung von Medikamentensucht wollen, brauchen wir landeseigene Daten.“ Damit könnten passgenaue Maßnahmen ergriffen werden.