Alleinerziehende mit erheblichem Armutsrisiko
Fast 40 Prozent (39,2 Prozent) der Alleinerziehenden in Thüringen sind auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen, wie die aktuelle Bertelsmann-Studie zeigt. Damit liegt der Freistaat im Vergleich zu den anderen ostdeutschen Bundesländern etwas besser, aber dennoch über den Bundesdurchschnitt (37,6 Prozent).
„Die Studie macht erschreckend deutlich, dass der Status als Alleinerziehende ein enormes Armutsrisiko mit sich bringt. Und sie deckt erhebliche Mängel im System des Unterhaltsvorschusses auf, das eigentlich als Existenzsicherung für Alleinerziehende gedacht ist“, erklärt die sozial- und gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Karola Stange. Damit bestätige die Studie auch eine langjährige Forderung der LINKEN, beim Unterhaltsvorschuss Nachbesserungen und Änderungen vorzunehmen, wie längere Zahlungsdauer als sechs Jahre und über das 12. Lebensjahr der Kinder hinausgehend. Unterhaltssäumige, meistens Väter, sollten von den Jugendämtern und Gerichten strikter in die Zahlungspflicht genommen werden.
Was die prekäre Situation Alleinerziehender betrifft, spricht die Abgeordnete von einer „Misere, die mit Hartz IV noch erheblich verschärft wurde“. Daher fordere nicht nur die LINKE schon seit Jahren eine eigene Grundsicherung für Kinder, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Zudem müsse auskömmliche und existenzsichernde sozialversicherungspflichtige Arbeit verstärkt für Alleinerziehende ermöglicht werden, verbunden mit flexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten, wohnort- bzw. arbeitsortnah.
