Thüringer Gesetz zur Stärkung der Stellung des Transplantationsbeauftragten und zur Änderung des Thüringer Krankenhausgesetzes und des Thüringer Heilberufegesetzes (ThürStTB) 2/2

Jörg Kubitzki
GesundheitRedenJörg Kubitzki

Zum Gesetzentwurf der Fraktion der CDU - Drucksache 6/5801

 

Sie haben alle recht, wenn Sie sagen, wir diskutieren das im Ausschuss. Deswegen wollen wir es auch an den Ausschuss überweisen. Ich hatte jetzt zum Schluss – und das treibt mich noch mal vor – ein bisschen den Eindruck, dass die Diskussion jetzt – ich will niemandem zu nahe treten – ein bisschen ins Makabre übergeht. Das sollte nicht sein, weil ich könnte jetzt den Eindruck erwecken, wenn ich jetzt auf eine Intensivstation komme, ist das ganz schlimm. Wenn die mich einmal aufgeschnitten haben und feststellen, ich habe eine tolle Niere, ist es um meine Chance vielleicht schlecht bestellt, weil die irgendwo gebraucht wird. Also das hat niemand gesagt, aber man kann den Eindruck gewinnen.

 

Aber ich glaube, wir vergessen eines bei diesem Thema, und ich glaube, das hat weniger etwas mit den Skandalen zu tun, die wohl dazu beigetragen haben: Aber wir haben es hier auf der einen Seite mit rationalem Denken und auf der anderen Seite mit emotionalem Denken zu tun. Jetzt bitte ich auch einfach Dr. Hartung – er ist Arzt/Fachmann. Mir haben viele Ärzte erklärt, wie das mit dem klinischen Tod ist. Ich glaube, wir haben bei den Menschen ein Problem, und da gehe ich auch von mir aus, dass ich Angst davor habe, dass irgendwann einer entscheidet oder feststellt, der ist klinisch tot und ist an Maschinen, wir schalten mal die Maschinen ab. Ich möchte nie persönlich in so eine Gelegenheit kommen, für einen Angehörigen sowas zu entscheiden – das sage ich erst mal –, das stelle ich mir ganz schlimm vor. Aber jeder Mensch, auch wenn er ins Krankenhaus kommt, hat die Hoffnung, dass ihm dort geholfen wird und dass er einigermaßen wiederhergestellt und gesund aus dem Krankenhaus rauskommt. – Jeder hat diesen Wunsch.

 

Da kann ich dreimal von dem Arzt erklärt bekommen, wann ein Mensch tot ist. Wir haben hier im Landtag auch Veranstaltungen gehabt, bei denen uns das alles erklärt wurde. Aber innerlich glaube ich das nicht – das sage ich mal so, wie das ist –, weil ich innerlich immer die Hoffnung habe, es gibt wieder ein Zurück. Das ist eigentlich das, wo viele erst mal sagen, ich bin bereit. Aber wenn dann darüber nachgedacht wird, hat man dann immer die Hoffnung und sagt: Ich bin nicht tot, irgendwann gibt es die Gelegenheit, dass ich wieder aufwache. Das ist eigentlich das Problem und die Überwindung im Denken. Da kann ich Aufklärung leisten, so viel ich will, aber letzten Endes ist bei dieser Entscheidung jeder für sich allein.

 

(Beifall DIE LINKE)

 

(Zwischenruf Abg. Kießling, AfD: Dafür gibt es eine Patientenverfügung!)

 

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