Schulprojekt „Lernen unter einem Dach“ fortführen
Zum Antrag der Fraktion der FDP – Drucksache 5/6057
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren hier im Rund und die noch Interessierten draußen an den Bildschirmen! Herzlich Willkommen!
(Zwischenruf Abg. Höhn, SPD: Bildschirme?)
Ja, das ist das Übertragungsmedium zwischen hier, Internet und dem Schreibtisch zu Hause für die Fragesteller. Vielen Dank für die Möglichkeit der Erläuterung.
Zurück zu dem Antrag „Schulprojekt ‚Lernen unter einem Dach’ fortführen“. Die Daten der Behandlung sind bereits genannt worden. Auch wir als Fraktion DIE LINKE haben bereits in der letzten Plenardebatte unseren Standpunkt klar dargestellt, den wir heute deshalb nicht noch einmal ausführlich darlegen möchten. Stattdessen möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einfach unsere Gedanken zu äußern für den weiteren Umgang mit dem Projekt „Lernen unter einem Dach“.
Es ist bereits genannt worden, dieses Projekt hat seit knapp 15 Jahren Bestand in Thüringen. Vor 15 Jahren war es ein sehr fortschrittliches Projekt, welches das heikle Thema des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung vorangebracht hatte. Doch seitdem ist zum Glück mehr Bewegung in dieses Thema gekommen. Der gemeinsame Unterricht ist dem der Förderschule vorzuziehen. Der gemeinsame Unterricht als solcher hat sich weiterentwickelt. Unter diesen Umständen muss selbstverständlich auch über ein Projekt wie „Lernen unter einem Dach“ nachgedacht werden.
Der Antrag der FDP sieht im Punkt II eine wissenschaftliche Evaluation des Projekts vor - eine Idee, die wir begrüßen. Schließlich sollten die Erkenntnisse der Finneck-Stiftung und ihrer Arbeit nicht einfach für „null und nichtig“ erklärt werden, nur weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen sich geändert haben. Wir sehen hier die Möglichkeit, Erkenntnisse aus dem Projekt auch für den gemeinsamen Unterricht nutzbar machen zu können.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir möchten hiermit nicht einen Freibrief für sämtliche Projekte erteilen, die in „irgendeiner Form mit Inklusion zu tun haben“. Da möchte ich nicht falsch verstanden werden. Wir möchten vielmehr die Entwicklung hin zu einem inklusiven Schulwesen weiter forcieren. Deshalb sind wir der Überzeugung, dass man Erkenntnisse, die in 15 Jahren Bildungsarbeit angehäuft worden sind, durchaus zurate ziehen sollte und sich entsprechend einer Evaluation nicht verschließen sollte. Eine solche Evaluation gibt uns die Möglichkeit festzustellen, was für spezifische Vor- und Nachteile das Projekt „Lernen unter einem Dach“ genau besitzt, um das Thüringer Förderschulwesen weiter voranzubringen. Deswegen beantragen wir eine Einzelabstimmung über die Punkte I bzw. II. Dem Punkt II werden wir bei einer möglichen Einzelabstimmung zustimmen.
Zu Punkt I werden wir uns enthalten, da wir der Überzeugung sind, dass ein Projekt, welches evaluiert wird, nicht bereits im Vorfeld als erfolgreich erklärt werden kann, wenn man noch gar nicht weiß, wie die Ergebnisse aussehen. Das ist reine Logik, die sich aus der Situation ergibt, und keine Diffamierung der pädagogischen Arbeit vor Ort. Vielen Dank.
(Beifall DIE LINKE)
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