Niederlassung von Ärzten im ländlichen Raum fördern - Beschluss des Landtags endlich umsetzen! 2/2

RedenJörg KubitzkiGesundheit

Zum Antrag der Fraktion der FDP – Drucksache 5/6720


Entschuldigung. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, ich sagte das schon, mit Geld ist nicht alles zu regeln. Erstens sagen wir als Linke, Gelder, die in diesem Land zur Verfügung stehen, sowohl vom Bund, von den Ländern und auch von den kassenärztlichen Vereinigungen, Krankenkassen, sollten gebündelt und zielgerichtet eingesetzt werden, nicht jeder für sich.


Zweitens, wir brauchen ein Programm was nachhaltig ist. Wir machen Ärzteplanungen und Gesundheitsplanungen legislaturweise und denken nicht daran, wie könnte das mal Bestand haben auch über Legislaturen hinaus. Und dann sollten wir mal darüber nachdenken - Sie sprechen in Ihrem Antrag immer nur von niedergelassenen Ärzten. Das Problem, dass sich viele Ärzte nicht niederlassen wollen, kann einerseits ein Geldproblem sein, dass sie Angst haben, wirklich das kaufmännische Risiko auf sich zu nehmen. Die andere Seite kann aber auch sein, dass sich manche Ärzte auch überfordert fühlen, die Anforderungen, die an sie mit Abrechnungen etc. gestellt werden. Wir sagen auch als LINKE, wir müssen darüber nachdenken auch besonders im ländlichen Raum, dass wir auch Arztstellen einführen, wo angestellte Ärzte arbeiten können, wir sagen dazu den Begriff „Landambulatorium“; im Prinzip kann ich auch sagen MVZ. Nicht weit hier vom Standort unseres Landtags in diese Richtung, über die Straßenkreuzung, in der Nähe vom Victor’s-Hotel, da steht ein Haus, da steht Polyklinik dran, mit „Y“ geschrieben.


(Heiterkeit DIE LINKE)


Zum Beispiel in diesem Haus befindet sich eine GmbH, die nennt sich „Ambulante Medizinische Versorgungs GmbH“ Diese Ambulante Medizinische Versorgungs GmbH unterhält an neun Standorten in Thüringen medizinische Versorgungszentren, wo insgesamt 20 Ärzte dort angestellt sind und mehr als 80 Mitarbeiter. Das sind Ärzte, die sich niederlassen wollten, die auch teilweise schon älter sind, aber gerne dort in diesem Medizinischen Versorgungszentrum an den Standorten arbeiten, weil sie erstens sagen, wir haben nicht mehr das Abrechnungsproblem, das übernimmt die Verwaltung für uns. Da sind auch ältere Ärzte angestellt, die sagen, jetzt macht meine Arbeit eigentlich wieder Spaß, jetzt kann ich mich um meine Patienten kümmern.


(Zwischenruf Abg. Koppe, FDP: Das ist doch etwas ganz anderes.)


Das heißt, wenn wir schon Geld verwenden sollten und Förderprogramme machen sollten, dann sollten wir nicht nur die Frage niedergelassene Ärzte bedenken, sondern dann sollten wir auch darüber nachdenken, wie wir mehr solche medizinischen Versorgungszentren schaffen können, wo die Ärzte als angestellte Ärzte arbeiten können.


(Beifall DIE LINKE)


Dann noch etwas: Ich kann die Ausgangsbedingungen für einen Arzt im ländlichen Raum noch so gut machen, aber wenn nicht die Mehrarbeit dieses Arztes im ländlichen Raum gegenüber einem Arzt, der in der Stadt angesiedelt ist und arbeitet, auch besser vergütet wird durch die Kostenträger, wenn wir das nicht schaffen, wird es weiterhin schwerfallen, dass wir von dem typischen Landarzt, den sich manche noch vorstellen, sprechen können.


(Zwischenruf Abg. Koppe, FDP: Das stimmt.)


Wir müssen auch über solche Sachen nachdenken, dass gerade im ländlichen Raum wir sagen, ein medizinisches Versorgungszentrum oder ein Landambulatorium an einem zentralen Ort, dann müssen wir aber auch nachdenken und Formen finden, wie zum Beispiel nicht der Arzt zum Patienten kommt, sondern zum Beispiel wie aus umliegenden Orten auch der Patient zum Arzt kommt.


(Zwischenruf Abg. Koppe, FDP: Da habe ich ein gutes Beispiel.)


Über solche Sachen sollte nachgedacht werden. Wir als Partei tun das, werden das auch machen und werden dazu Konzepte entwickeln und diese müssen nachhaltig sein. Mit Geld, meine Damen und Herren, geht vieles zu regeln, aber nicht alles.


(Beifall DIE LINKE)


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