Niederlassung von Ärzten im ländlichen Raum fördern - Beschluss des Landtags endlich umsetzen! 1/2
Zum Antrag der Fraktion der FDP – Drucksache 5/6720
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Lieber Kollege Marian Koppe, danke. Ein typischer FDP-Antrag, meine Damen und Herren, mit Geld lösen wir alle Probleme.
(Zwischenruf Abg. Koppe, FDP: Steht nicht drin.)
(Beifall DIE LINKE)
Und das geht eben nicht so. Ich gebe dahingehend recht, dass diese Mittel, die vom Freistaat Thüringen bereitgestellt werden, zu wenig sind. Ich sage aber auch, dieses Problem Ärztemangel ist nicht nur ein Problem von Thüringen. Das ist ein Problem in diesem Land generell und da gibt es noch Unterschiede zwischen Stadt und Land. Da sage ich Ihnen, wo ich jetzt war, im Bayerischen Wald, gibt es genauso einen Ärztemangel wie es bei uns einen Ärztemangel gibt. Da kann ich mit Geld nicht alles lösen. Ich muss mir nur mal die Frage stellen: Warum soll ein junger Arzt, der jetzt von der Ausbildung kommt, mit seiner Familie aufs Land gehen, wenn dort die Kita geschlossen wird, wenn die Schule geschlossen wird und wenn die Lebensbedingungen nicht seinen Vorstellungen entsprechen? Nein, wir müssen darüber nachdenken, wie schaffen wir auch weiche Rahmenbedingungen für Ärzte, dass sie im ländlichen Raum tätig sind.
(Zwischenruf Abg. Dr. Hartung, SPD: Für alle, Herr Kubitzki.)
(Beifall DIE LINKE)
Und nicht nur allgemein praktizierende Ärzte, denn das Problem ist nämlich bei uns auch die Anzahl der Fachärzte. Da, liebe Kollegen von der FDP, hatten Sie ja die letzten zwei Gesundheitsminister gestellt und da will ich mal sagen, die hatten eigentlich bis zum 31.12.2012 in Thüringen noch die Berechnung, dass 218 Hausärzte fehlen. Ab dem 01.06.2013 fehlen aber laut Berechnung nicht mehr 218 Hausärzte, sondern nur noch 68,5 Hausärzte.
(Zwischenruf Abg. Koppe, FDP: Guter Rechentrick.)
Aber wer hat diesen Rechtrick gemacht? Das ist die Frage, die hier beantwortet werden muss.
(Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Man hat nämlich die Bedarfsplanung, Sie sprachen davon, geändert, in dem man nämlich den Demografiefaktor zum Beispiel, der bis dahin 60 Jahre war, neu festgelegt hat auf 65 Jahre,
(Zwischenruf Abg. Koppe, FDP: Ist das falsch?)
Bisher hatte man gesagt, auf 1.659 Einwohner kommt ein Hausarzt, dann hat man gesagt, auf 1.671 Einwohner kommt ein Hausarzt plus diesen geänderten Demografiefaktor. Ich will damit sagen, das kam aber aus Berlin und das kam aus Ihrem Ministerium. Das heißt, man kennt das Problem dort, man hat nur das Problem jetzt so berechnet, dass es doch viel schöner aussieht,
(Beifall DIE LINKE)
weil 218 Hausärzte, die fehlen, gegen 68 Hausärzte - das sieht doch schon gut aus an dieser Stelle. Fragen lasse ich jetzt nicht zu.
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