Keine Aus- und Weiterbildung angehender Ärzte (Humanmediziner) und anderen medizinischen Personals an lebenden Tieren in Thüringen
Unterrichtung durch die Präsidentin des Landtags - Drucksache 5/3357 -
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, nachdem die SPD gesprochen hat, ist nun die Intention des Antrags klar, in welche Richtung es geht. Aber gestatten Sie mir eine Vorbemerkung, auch zum Kollegen Augsten. Tierschutz, oder anders, im Gegensatz zum Tierschutz, der im Grundgesetz verankert ist, meine Damen und Herren, ist zum Beispiel der Kinderschutz nicht in unserem Grundgesetz verankert. Das muss man auch mal an dieser Stelle festhalten. Um was es hier geht, man könnte hier eine wissenschaftliche Abhandlung machen, man könnte solche Bilder aufzeichnen wie Kollege Dr. Hartung. Es sprechen natürlich viele Argumente für und viele Argumente gegen medizinische Ausbildung an Tieren. Es gibt genug Möglichkeiten, dass ich die Ausbildung an Tieren nicht durchführen muss, wie zum Beispiel Videofilmüberwachung, Computersimulation oder die Nutzung natürlich verstorbener Tiere oder die Arbeit an Modellen. Worum es hier eigentlich geht, ist die Tatsache, dass amerikanische Soldaten, dass amerikanische Sanitäter in Deutschland, hier in Thüringen, auf den Krieg vorbereitet werden sollen und das auch zulasten unserer Tiere. Das ist doch das eigentliche Grundübel, worum es hier geht.
(Beifall DIE LINKE)
Ich muss an dieser Stelle sagen, nicht nur aus den Aspekten des Tierschutzes heraus, sondern auch aus diesem politischen Motiv heraus, meine Damen und Herren, unterstützen wir die Landesregierung, dass sie den Tierversuchen keine Zustimmung gibt.
Meine Damen und Herren, Menschen kann ich am besten retten, indem ich sie nicht erst in den Krieg schicke.
(Beifall DIE LINKE)
Nun stellt sich die Frage, die auch Dr. Augsten gestellt hat: Warum kommen amerikanische Soldaten oder die US-Armee ausgerechnet nach Thüringen und will diese Versuche durchführen? Wenn wir heute den Lokalteil der OTZ oder der Thüringer Landeszeitung, Lokalteil Gera, aufschlagen, so ist eine interessante Meldung drin, in der es nämlich darum geht, dass dieses Unternehmen DMI, in Ronneburg angesiedelt, verantwortlich ist und diese Tierversuche anbietet.
Meine Damen und Herren, hier geht es nicht nur um Ausbildung, bei dieser Firma geht es um die Erzielung von Profit, das ist erst mal eindeutig, und das zulasten des Tierschutzes und zur Vorbereitung des Kriegs. Dann kann ich in der Zeitung lesen, den Bürgermeister von Ronneburg, also für die Gewerbeanmeldung dieser Firma, die diese Tierversuche durchführt - das muss man eindeutig sagen -, ist der Landkreis verantwortlich, namentlich die Landrätin Frau Schweinsburg. Das darf natürlich auch nicht unter den Tisch gekehrt werden an dieser Stelle. Dann lese ich auch in dieser Pressemeldung, die Firma DMI soll aus ehemaligen Elitesoldaten bestehen. Auch hier, meine Damen und Herren, sehe ich, dass es um rein militärische Aspekte gehen soll, für die der Tierschutz in Thüringen missbraucht wird.
Das, meine Damen und Herren - das sage ich Ihnen jetzt als eingefleischter Fleischesser -, Schweine gehören auf den Rost und nicht zur US Task-Force.
(Beifall DIE LINKE, FDP)
(Heiterkeit im Hause)
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