„Internationales Jahr der Wälder 2011“ - eine Chance für die Thüringer Forstwirtschaft (hier: Nummern II und III) 2/2
Zum Antrag der Fraktionen der CDU und der SPD – Drucksache 5/2301
Danke schön, Frau Präsidentin! Frau Mühlbauer, wenn Sie in den letzten Legislaturen schon Mitglied des Landtags gewesen wären, hätten Sie erleben können, dass die Fraktion DIE LINKE sich in der Vergangenheit auch immer für die Unterstützung gerade des kleinen Privatwaldes eingesetzt hat, weil hier durch die Nutzung des Staatsforstes der DDR doch massive Probleme hinterlassen worden sind, die für einen funktionsfähigen kleinen Privatwald nur mit Landesunterstützung entsprechend beseitigt werden konnten. Wir haben da heute Übrigens immer noch ein paar Probleme, die eben unter anderem darin gipfeln, dass 50.000 ha Kleinprivatwald bis heute in keiner Nutzung sind.
(Zwischenruf Abg. Primas, CDU: 100.000.)
Da bin ich bei Ihnen, Herr Primas, ob nun 50.000 oder 100.000 ha, 100.000 ha wären noch heftiger, aber die 100.000 ha glaube ich nicht, wenn ich mir in unseren Dörfern, ich komme aus Südthüringen, das wissen Sie, anschaue, was für Holz hinter den Häusern liegt. Da sind doch relativ viele Waldbesitzer inzwischen zumindest dazu übergangen, ihren Energiebedarf mit Holz zu decken. Aber das ist ja auch nicht die optimale Wertschöpfung für das Land. Deshalb bin ich in Fragen der Holzmobilisierung, Herr Primas, voll bei Ihnen. Aber wie gesagt, wir reden über ganz andere Flächen. Sie wollen 25.000 ha aus der Nutzung nehmen, 15.000 ha sind schon aus der Nutzung genommen. Herr Dr. Augsten, da muss man auch sagen, dass sind vielfach große Schutzgebiete, große Flächen, die stillgelegt worden sind. Das haben wir schon. Dass wir für die Wildkatze mit dem Hainich einen Lebensraum sichergestellt haben, der ihr dort ein vernünftiges Überleben zumindest erst einmal sichert, auch wenn wir dort den Biotopverbund zum Thüringer Wald noch brauchen, das war ein ganz wichtiger Schritt, natürlich. Aber wir können mit weiteren, noch größeren Großschutzgebieten für den Wolf oder Luchs oder Wisent, und was man sich noch ausdenken mag, in Thüringen keine Verbesserung schaffen und keinen Lebensraum für eine sich selbsttragende Population schaffen. Deshalb habe ich mich dafür ausgesprochen, dass wir die Ergänzung zu den bereits aus der Nutzung genommenen 15.000 ha vor allem in kleinen Trittsteinbiotopen, wo 100 ha auch ein kleines Trittsteinbiotop sind, um das mal so deutlich zu sagen, dass wir die entsprechend suchen sollten, und das zuallererst mal aus der Brille, was braucht der Naturschutz, und nicht aus der Brille, was haben wir denn für Eigentum. Deshalb, Herr Primas, nochmals die Werbung dafür. Wir haben 15.000 ha identifiziert. Die 10.000 ha, die noch identifiziert werden sollen, das werden nicht nur die naturschutzfachlich wertvollsten Flächen sein, das werden auch Flächen sein, die im Moment klassischer staatlicher Wirtschaftswald sind. Dort legt das Gesetz zur Gründung der Forstanstalt fest, dass der Freistaat irgendwann mal einen Gewinn von 80 € und mehr pro Hektar erzielen will. Das erreicht man im Privatwald auch schon. Kommunen haben das auch schon. Aber wenn ich 80 € Gewinn pro Hektar als Freistaat aufgebe, um Wirtschaftswald zu Naturschutzflächen umzuwidmen, was ich auch als schwierig ansehe, denn ich weiß, was dann passiert gerade in der Fichte, da wachsen junge Bäume hoch, die stehen oben sehr eng, da habe ich solche kleinen Pinsel, und wenn dann mal ausreichend Schnee kommt wie im letzten Winter, dann brechen mir die Kronen reihenweise ab und ich habe danach eine Spur der Verwüstung. Das werden keine stabilen Bestände. Deshalb ist es mir lieber, wenn wir sicherstellen, dass wir auch in andere Bereiche schauen und dann eine Stilllegungsprämie zahlen, die - und das ist unsere Überzeugung - natürlich niedriger sein muss als der Gewinn, den ThüringenForst auf seinen effizient zu bewirtschaftenden Flächen gleichzeitig erbringen kann. Und damit macht es gesellschaftlich Sinn und deshalb werbe ich noch einmal um Zustimmung um unseren Änderungsantrag, danke.
(Beifall DIE LINKE)
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