‘Hohe Schrecke - Alter Wald mit Zukunft‘ - Touristisches Potenzial einer Region

RedenTilo KummerUmweltTourismus

Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktionen der CDU und der SPD – Drucksache 5/7914


Vielen Dank, Frau Präsidentin. Es ist schon ein ganz schöner Umschwung von der vorherigen Aktuellen Stunde vom Tigerstaat, jetzt ins Reich der Wildkatze zu kommen, aber ich denke,


(Zwischenruf Abg. Schubert, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Es sind beides Katzen.)


das ist dem Anliegen angemessen. Aus der Hohen Schrecke kann man drei Lehren ziehen, aus ihrer Entwicklung in den letzten zehn Jahren. Die Erste: Dass öffentliches Eigentum ein hohes Gut ist, was man nicht zugunsten Einzelner ohne Gedanken privatisieren sollte;


(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Außerdem, dass vor Ort entstandene Regionalentwicklungskonzepte von Anfang an gestärkt werden sollten, statt ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen.


(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Und die Dritte und das ist wirklich ein gutes Signal: Engagement und Beharrlichkeit lohnen sich.


(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


Meine Damen und Herren, als ich das erste Mal in der Hohen Schrecke war, das war auch etwa vor zehn Jahren, war ich fasziniert von den Urwaldstrukturen, die man im Wiegental antreffen konnte. Ein Wald, wie ich ihn sonst in Deutschland bisher nur auf der Insel Vilm gesehen habe. Man steht dort in Hallen unter riesigen Bäumen und sieht daneben, wo so ein Riese zusammengebrochen ist, wie sich junge Bäume mit aller Kraft den Weg ins Licht brechen. Dieses herrliche Bild schrie eigentlich schon damals danach, unter Schutz gestellt zu werden. Die LEG hatte den Auftrag, diese Fläche zu entmunitionieren und hat sie hinterher verkauft und seitdem rudert man eigentlich, um diesen Fehler wiedergutzumachen. Es hatte damals ein Konzept gegeben, BUND, die David-Stiftung und die Kommunen vor Ort gemeinsam, sie wollten diesen Wald kaufen, da sich das Land nicht dafür ausgesprochen hat, ihn selbst zu behalten. Sie hatten ein Konzept unterbreitet. Dieses Konzept fand leider bei den Entscheidern keine Zustimmung und man verkaufte an jemanden, der zwar mehr bot, was aber in Jahrestranchen eigentlich durch Holzeinschlag mehr oder weniger zusammenzubringen war. Letzten Endes hatte der Staat davon nicht wirklich etwas. Man hat nicht aufgegeben. Die Kommunen haben anschließend versucht, ihr Vorkaufsrecht wahrzunehmen. Dagegen klagte die LEG dann noch. Eine sehr, sehr schwierige Auseinandersetzung und als dann die Idee mit dem Naturschutzgroßprojekt aufkam, hat das Ministerium, das Umweltministerium, ein anderes Projekt unterstützt und nicht die Hohe Schrecke. Trotzdem waren die regionalen Akteure erfolgreich. Frau Holbe, vielen Dank dafür. Auch Sie waren dort immer mit an der Spitze der Bewegung.


(Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


(Beifall SPD)


Bei Ihnen kann man wirklich sagen, Sie gehören mit zu den Eltern des Erfolgs, aber wir müssen bedenken, dass wir in Zukunft, wenn sich solche Entwicklungen in Thüringen bieten, die eine einmalige Chance sind, sie von Anfang an unterstützen. Das sollten wir aus der Hohen Schrecke mitnehmen und auch wenn jetzt LEG-Wald unter Schutz gestellt wird, nicht weiter bewirtschaftet wird, auch wenn jetzt die Konsequenzen gezogen werden, in Zukunft bitte etwas eher. Das hat dieser natürliche Reichtum unseres Landes verdient. Danke schön.


(Beifall DIE LINKE, SPD)


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