Artenschutz ernst nehmen und invasive Arten eindämmen – die weitere Ausbreitung der Nilgans in Thüringen stoppen 1/2

Tilo Kummer
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Zum Antrag der Fraktion der AfD - Drucksache 6/6957

 

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Meine sehr verehrten Damen und Herren, zu der Art der Ausbreitung der Nilgans ist vorhin schon eine ganze Menge gesagt worden. Ich kann mich gut daran erinnern, als der Umweltausschuss seine auswärtige Sitzung in der Vogelschutzwarte durchgeführt hat, dass uns eine Nilgans auf dem Dach der Vogelschutzwarte begrüßte und dass wir in dem Zusammenhang in dieser Ausschusssitzung auch darüber gesprochen haben, dass man Maßnahmen gegen die Nilgans ergreifen muss. Ich denke mal, die Landesregierung wird dazu dann nachher auch noch ein paar Worte sagen.

 

Fakt ist eins: So, wie die AfD in ihrem Antrag beschreibt, was durchgeführt werden sollte, kann man nicht zustimmen. Deshalb wird es auch von unserer Fraktion eine Ablehnung dieses Antrags geben. Denn, Herr Möller, das habe ich Ihnen gestern schon gesagt, als es um das Jagdgesetz ging – Sie verwechseln die Ebenen. Es ist sicherlich richtig, dass man mit einem Antrag die Landesregierung auffordern kann, die Nilgans in die Liste der jagdbaren Arten, aufzunehmen. Was Sie aber sonst noch fordern in Ihrem Antrag, dass dem Gelege der Nilgans die Eier entnommen werden sollen, das lässt das Jagdgesetz nicht zu.

 

(Zwischenruf Abg. Möller, AfD: Das kann man doch auch außerhalb des Jagdgesetzes regeln!)

 

Sie fordern, dass man die Hege für die Nilgans aussetzt. Das lässt das Jagdgesetz nicht zu. Das Jagdgesetz kennt keine Ausnahmen von der Hegepflicht. Von der Seite her befinden wir uns, wenn wir das denn umsetzen wollten auf der Ebene der Gesetzgebung, und deshalb sind Sie hier beim Antrag falsch, da hätten Sie beim Gesetz agieren müssen. Von der Seite her wird es die Ablehnung von uns zu Ihrem Antrag geben und ich gehe davon aus, dass es eine Aufnahme der Nilgans in die Liste des jagdbaren Wilds durch die Landesregierung geben wird, was aber unabhängig von Ihrem Antrag ist, sondern einfach bedingt durch die Notwendigkeit, die Ausbreitung der Nilgans in Thüringen zu reduzieren.

Meine Damen und Herren, trotzdem bin ich da auch bei der Vorrede von Frau Becker und bei Herrn Adams. Wenn ich mir ansehe, wie viele Enten von der Kreisjägerschaft Hildburghausen im letzten Jagdjahr geschossen wurden – das ist die größte Kreisjägerschaft Thüringens –, ich glaube, es waren 30. Die Zahl der Enten, die geschossen wurden, hat sich zum Vorjahr halbiert und sie ist drastisch weniger geworden zu den Jahren davor. Es macht sich kaum noch jemand die Arbeit, einen Wasservogel zu rupfen.

 

(Zwischenruf Abg. Primas, CDU: Nein, es gibt zu wenige!)

 

Es ist auch nicht einfach, die Tiere zu schießen, denn ich brauche einen Kugelfang. Am Gewässer ist das nicht immer gegeben. Also es müssen verschiedene Dinge zusammentreffen, um auch handeln zu können. Das macht es schwierig. Von der Seite her – glauben Sie nicht, dass man mit jagdlichen Methoden die Nilgans wieder ausrotten wird.

 

(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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