Antibiotikaeinsatz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung nachhaltig reduzieren
Zum Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 5/4034
Vielen Dank, Frau Präsidentin. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe im Studium gelernt, dass Nutztiere im Regelfall nicht krank werden, wenn die Haltungsbedingungen stimmen und wenn ihre Umweltbedingungen in Ordnung sind. Wenn flächendeckend Erkrankungen eintreten, dann muss man wirklich hinterfragen, was ist dafür die Ursache. Ich glaube, das sind Haltungsbedingungen.
(Zwischenruf Abg. Emde, CDU: Und das haben Sie in der Schule gelernt?)
Im Studium, ja, ich habe Binnenfischerei studiert, mich mit Fischpathologie beschäftigt. Ich kann Ihnen sagen, gerade das, was Frau Ministerin angesprochen hat beim Geflügel - der Transport von jungen Küken - das ist eine Geschichte in der Zierfischzucht zum Beispiel, wenn die Fische über den großen Teich geflogen kommen, die dann hier in die Aquarien gesetzt werden. Es gibt nicht wenige Großhändler, wo erstmal ein Löffel Antibiotika prophylaktisch im Aquarium landet, wo die Fische dann nach dem Transport eingesetzt werden. Das sind auch Managementprobleme, wo man sehen muss, sind denn Entwicklungen, die es in der Vergangenheit gegeben hat, immer die richtigen gewesen? Sollten wir denn nicht vielleicht in den Betrieben auch wieder den Nachwuchs selbst organisieren? Das sind alles Dinge, über die wir in dem Zusammenhang reden müssen.
Ich warne auch davor, generell den Medikamenteneinsatz in der Tierzucht infrage zu stellen, denn es gibt auch für einen Tierhalter nichts schlimmeres, als tatenlos zusehen zu müssen, wenn seine Tiere sterben. Das ist eine Geschichte, die muss auch mit besprochen werden. Und da, sage ich, werden oft Antibiotika eingesetzt, weil andere Spezialmedikamente nicht zur Verfügung stehen, weil die Pharmakonzerne nicht bereit sind, sie zu entwickeln, weil zu wenig Rendite kommt. Auch das ist ein Thema bei dieser Sache.
Meine Damen und Herren, die Datenlage, Frau Taubert, in Thüringen ist sehr dürftig und dürftiger auch als in anderen Bundesländern im Vergleich - also nicht als in allen anderen Bundesländern, aber doch als in einer ganzen Reihe von anderen Bundesländern. Deshalb muss auch hier noch mal darüber gesprochen werden, das wird leider beim Antrag der GRÜNEN nicht angesprochen. Ich hatte eine Anfrage zu dem Komplex gestellt und musste auf die meisten Fragen die Antwort erhalten, dass diese Daten leider nicht vorliegen.
Das sind wir beim letzten Punkt, den ich kurz ansprechen möchte, ansonsten schließe ich mich nämlich dem Wunsch der Ausschussberatung an, weil ich denke, dass ist wirklich effektiv. Der letzte Punkt ist, dass wir klären müssen, inwieweit der Föderalismus in dem Bereich auch hinderlich ist. Denn manche Abläufe, die wir in der Vergangenheit feststellen mussten, sind sehr langwierig gewesen aufgrund des Föderalismus. Wir müssen sehen, ob die Bundeszuständigkeit in einigen Bereichen hier nicht doch mehr Zugriff kriegen sollte.
Meine Damen und Herren, ich wünsche mir in dem Zusammenhang eine intensive Diskussion, ich denke mal, in beiden Ausschüssen - also im Ausschuss für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz und im Sozialausschuss, Vielleicht kann man das auch zusammenführen. Dann hoffe ich, dass wir hier entsprechend eine vernünftige Arbeitsgrundlage hinbekommen. Danke.
(Beifall DIE LINKE)
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