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Braunes Erbe

„Der demokratische Neuaufbau der Bundesrepublik Deutschland nach Ende der NS-Diktatur ist ein weit verbreiteter Mythos, der allgemein unter dem Begriff der "Stunde Null" bekannt ist“, schreibt Rüdiger Sagel im Vorwort der Broschüre „Das vergessene braune Erbe – 60 Jahre Landtag Nordrhein-Westfalen“. Die Zusammensetzung der bundesdeutschen Länderparlamente in der Nachkriegszeit sei niemals näher beleuchtet worden. In den Handbüchern aller westdeutschen Landtage finden sich, darauf weist Sagel hin, für die Zeit zwischen 1933 und 1945 meist keine oder nur sehr spärliche Hinweise auf Engagement in der der Nazi-Partei NSDAP oder ihren Organisationen.
Die Partei DIE LINKE bzw. deren Fraktionen in verschiedenen  Landtagen haben inzwischen drei Sachbroschüren herausgegeben, die sich mit dem vergessenen braunen Erbe westdeutscher Länderparlamente beschäftigen. Die Forschung zu diesem vor allem für CDU und FDP lästigen Tabuthema und die Publikation der Ergebnisse ist äußerst wichtig, wie das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt: bei ihren im Handbuch des Landtages veröffentlichten Selbstauskünften hatten sich nur zwei Abgeordnete von CDU und FDP zu ihrer früheren Mitgliedschaft in der NSDAP bekannt, tatsächlich aber waren mindestens 41 Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtages Mitglied in der NSDAP (oder von nahen NS-Organisationen wie der SA und SS). Zu den 25 belasteten CDU-Abgeordneten gehören sogar zwei Fraktionsvorsitzende.

Broschüren
  • Braune Wurzeln - Alte Nazis in den niedersächsischen Landtagsfraktionen von CDU, FDP und DP LINK zum PDF
  • Braunes Erbe – NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1. – 11. Wahlperiode (1946 – 1987) LINK zum PDF
  • 60 Jahre Landtag Nordrhein-Westfalen - Das vergessene braune Erbe LINK zum PDF
Presse
  • Frankfurter Rundschau 20.02.2013: "Erst Nazi, dann Landtags-Abgeordneter" Hier lesen...
Weitere Studien

Abschlussbericht der Arbeitsgruppe zur Vorstudie „NS-Vergangenheit ehemaliger hessischer Landtagsabgeordneter“ der Kommission des Hessischen Landtags für das Forschungsvorhaben „Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen“. Link zum PDF