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Sabine Berninger

Thüringen-Monitor Integration formuliert integrationspolitische Hausaufgaben

„Mit dem Thüringen-Monitor zur Integration von Flüchtlingen liegt nun eine Studie vor, die konkret nachweist, dass die Integration geflüchteter Menschen in Thüringen auf einem guten Weg ist. Aber sie verdeutlicht auch, dass wir erst am Anfang dieses Weges sind. Ich bin den AutorInnen dankbar, insbesondere für die sehr konkreten Anforderungen, die darin formuliert werden“, so Sabine Berninger, Sprecherin für Integrationspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag.

Die Untersuchung hat mit den Fragen zu psychischen Belastungen auch wesentliche Hinderungsgründe für funktionierende Integration untersucht. Es bedarf eines verstärkten Angebotes an psychologischer Betreuung und Beratung bis hin zu trauma-therapeutischen Angeboten. Nicht nur Hoffnungslosigkeit und erlebte Traumatisierungen sind Faktoren, die die Lebenssituation der Menschen erheblich beeinflussen.
Auch die Instrumente, etwa den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen und zu erleichtern, müssen ausgebaut werden. Das reicht von der Erlangung einer Arbeitserlaubnis über die Anerkennung im Herkunftsland erworbener Berufsqualifikationen oder die Möglichkeit, vorhandene Qualifikationen mit einer Nachqualifizierung zu erweitern.
Jeder zugewanderte Mensch muss von Anfang an die Möglichkeit haben, einen Sprachkurs zu absolvieren, damit die größte aller Hürden - die Sprachbarriere - möglichst frühzeitig abgebaut werden kann.
„Das offenbar vorhandene Informationsdefizit über die Möglichkeiten der Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt scheint mir die am schnellsten zu behebende Baustelle in diesem Bereich. Hier sollten sich die zuständigen Ministerien mit der Agentur für Arbeit und ggf. zivilgesellschaftlich getragenen Beratungsstellen zusammenfinden und eine Verbesserung des Informationszuganges und der Informationsmaterialien diskutieren“, so Berninger.

Einen Schwerpunkt der Untersuchung bilden Diskriminierungserfahrungen der befragten Geflüchteten. Insbesondere auf dem Arbeitsmarkt und bei der Wohnungssuche wird Diskriminierung erlebt. Hier stützt der Monitor den bereits durch die Enquetekommission Rassismus festgestellten Handlungsbedarf.
„Hinsichtlich der Befunde bezüglich der Gruppe der weiblichen Geflüchteten und der der jungen Erwachsenen ergibt sich nach der Analyse der WissenschaftlerInnen besonderer Handlungsbedarf, dem die Politik Rechnung tragen muss – und das gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Organisationen und AkteurInnen. Dies sollte auch einen Schwerpunkt bei der Fortschreibung des Thüringer Integrationskonzeptes bilden“, so Sabine Berninger.

„Damit die Menschen in Thüringen bleiben, damit Integration gelingen kann und die Geflüchteten Teil unserer Gesellschaft werden, sollten wir auch auf das hören, was die Befragten selbst zur Verbesserung vorschlagen: etwa mehr Kontaktmöglichkeiten zu Deutschen anbieten, die Hürden auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt abbauen, vielfältige Kulturangebote entwickeln, Sprachkurse und Teilhabemöglichkeiten bei Freizeit, Bildung und Sport verbessern. Nicht nur Geflüchtete, alle ThüringerInnen würden davon profitieren.“


Pressesprecherin

Diana Glöckner

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