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Katharina König-Preuss

Rechtsrock floriert weiter – 12 Neonazi Liedermacher und 23 Bands in Thüringen aktiv

„Thüringen war vor 15 Jahren bereits Rechtsrockland und ist es auch heute noch, alleine 17 Vertriebsstrukturen wie Labels, Versände und Shops zählte die Landesregierung für den Zeitraum 2018 und 2019, hinzukommen 12 extrem rechte Liedermacher und 23 Neonazi-Bands. Falls jemand daran Zweifel hatte: ja, wir haben ein gewaltiges Nazi-Problem, denn Neonazis nutzen Thüringen auch fünfzehn Jahre später als Rückzugsort und verdienen sich ausgehend von hier eine goldene Nase“, so Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag mit Blick auf die Antwort der Landesregierung auf eine von ihr eingereichte Kleine Anfrage zur neonazistischen Musikkultur in Thüringen, bezogen auf letzten beiden Jahre (2018/2019). 

Einige Versandstrukturen sind in der offiziellen Liste noch gar nicht erfasst, darunter zwei Versände im Landkreis Hildburghausen, in Brattendorf und in Kloster Veßra, weshalb die Abgeordnete von einer höheren Anzahl als vom Innenministerium benannt ausgeht. Die Landesregierung zählte zudem 78 Neonazi-Konzerte und andere Veranstaltungen/Veranstaltungen mit Musikbeiträgen und rechnet den einzelnen Thüringer Bands und Liedermachern der extrem rechten Szene zwischen 2018 und 2019 mindestens 199 Auftritte in Thüringen und anderen Regionen zu, in zwei Fällen davon ist lediglich die Ankündigung bekannt.

Im gleichen Zeitraum wurden zudem mindestens zehn Ausreisen von Thüringer Neonazis in zehn andere europäische Staaten anlässlich extrem rechter Musikveranstaltungen bekannt, etwa nach Finnland, in die Ukraine oder Frankreich. In der Hälfte davon handelt es sich um Thüringer Neonazi-Musiker, die Rechtsrock exportierten. König-Preuss abschließend: „Thüringen gilt als Exportschlager Rechtsrock über die Landesgrenzen hinaus, auf CDs, virtuell und bei Hunderten Auftritten auf extrem rechten Musikveranstaltungen. Neonazis transportieren ihre menschenverachtende Ideologie, die immer wieder zu Gewalt – und auch Tötungsdelikten führt und Täter in ihrem Handeln legitimiert – auch über Musik. Auch abseits der großen Konzerte, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, findet dies regelmäßig statt. Gerade die Vertriebsstrukturen sind oft an Immobilien angedockt, die der Szene gehören, wie in Kloster Veßra, in Ballstädt oder Fretterode. Sie bilden das Rückgrat für das braune Millionengeschäft, daher müssen konsequenter als bisher alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, diesen das Wasser abzugraben“.

Die Antwort auf die Anfrage ist angehangen. [Musikkultur 18/19]

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