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Sascha Bilay, Karola Stange

Massiv unterrepräsentiert: Frauen in der Kommunalpolitik

Politik ist immer noch ein Männerbetrieb. Bis zum Bundestag oder auch dem Thüringer Landtag muss man nicht schauen, um die Unterrepäsentanz von Frauen in politischen Ämtern wahrzunehmen. Es reicht schon der Blick zum Kreistag und Rathaus. „Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von EAF Berlin und dem Magazin KOMMUNAL bringt es nun auch auf Papier: Frauen sind in kommunalpolitischen Führungspositionen so stark unterrepäsentiert, dass nicht einmal jede zehnte der rund 11.000 Städte und Gemeinden in Deutschland eine Frau an der Spitze haben.“
 
Die Umfrage ermittelte zudem, dass auch die Größe einer Gemeinde Einfluss darauf hat, wie hoch der Anteil der Frauen an Spitzenpositionen ist: Je größer die Gemeinde, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie von einer Frau geführt wird. „Außerdem wird sichtbar, dass Frauen bereits bei der Bewerbung um ein politisches Amt struktureller Benachteiligung ausgesetzt sind“, fasst Sascha Bilay, kommunalpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, die Umfrage zusammen.
 
„Doppelbelastung von Frauen durch Erwerbs- und Familienarbeit, immer noch bestehende Geschlechterstereotype, die Frauen als Kümmernde statt als Führende einordnet und daraus resultierende Aufgabenteilung auch innerhalb einer Partei, sowie Männerbünde im politischen Betrieb führen dazu, dass so wenig Frauen den Weg in politische Ämter und Mandate finden.  Um die Wirksamkeit dieser Gründe einzuschränken, gibt es Instrumente und Maßnahmen: Neben einer Lösung für die paritätische Besetzung auch kommunaler Parlamente und Ämter zählen dazu auch die gezielte Förderung von Frauen in Parteien und politischen Verbänden und die familienfreundliche Gestaltung von Sitzungszeiten. Zu den größten Herausforderungen gehören das Aufbrechen von Geschlechterstereotypen, die Lösung von Männerbünden und damit auch das Teilen von politischer Macht im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit“, beschreibt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, notwendige Schritte.
„Durch eine Kleine Anfrage werden wir konkret die Situation in den Thüringer Kommunen ermitteln und davon ausgehend unsere politischen Einflussmöglichkeiten, wie etwa ein neuer Anlauf für ein Paritätsgesetz, weiter gezielt für die Stärkung des Frauenanteils in der Politik nutzen“, schließen die Abgeordneten.


Pressesprecherin

Diana Glöckner

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