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Susanne Hennig-Wellsow

Höchste Zeit, die Arbeit der Treuhand kritisch aufzuarbeiten

Heute Abend sendet der MDR die Dokumentation „Bischofferode - Das Treuhand-Trauma“ (20.15 Uhr). Anlass ist unter anderem der 25. Jahrestag des Beginns des Hungerstreiks der Kali-Kumpel in Bischofferode gegen die Schließung ihres Werks durch die Treuhand. Susanne Hennig-Wellsow, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und der Partei DIE LINKE Thüringen erklärt dazu:

„Der Jahrestag des Hungerstreiks in Bischofferode ruft erneut die dramatischen Ereignisse der frühen 1990er Jahre in Ostdeutschland in Erinnerung. Die damaligen Entlassungen, die Werksschließungen und das systematische Zerschlagen von Industrie sorgten für Massenarbeitslosigkeit und flächendeckende De-Industrialisierung. Die Folgen waren für die damals Betroffenen, ihre Familien und ganze Regionen dramatisch – sie verloren ihre Arbeit, ihr Einkommen und ihre Sicherheiten. Die Folgen sind bis heute zu spüren. Zum einen prägten die Entlassungen, die Zerschlagung etablierter Betriebe und gesellschaftlicher Strukturen Hunderttausende Biographien in Ostdeutschland. Zum anderen leiden die ostdeutschen Bundesländer noch immer unter zu wenigen Industriestandorten und zu wenig Wertschöpfung. Die rücksichtslose Durchsetzung der Interessen westdeutscher Konzerne und neoliberaler Ideologie hinterließ immense Schäden.

Der mutige Kampf der Kumpel in Bischofferode war der wohl wichtigste, größte und entschlossenste Arbeitskampf in der Bundesrepublik nach 1989/90 gegen die Zerschlagung ganzer Industriezweige durch die damalige Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP.

25 Jahre später ist es höchste Zeit, die Arbeit der Treuhand-Anstalt kritisch aufzuarbeiten – das ist die Politik den Menschen in Ostdeutschland schuldig! Es geht dabei um die Würdigung des Widerstandes gegen den Kahlschlag, um gesellschaftliche Achtung und Wiedergutmachung für die Betroffenen und auch darum, aus gemachten Fehlern für die Zukunft zu lernen. DIE LINKE hat in ihrem Programm zur Bundestagswahl 2017 die Forderung nach einer Enquete-Kommission im Bundestag zur Aufarbeitung beschlossen: ´Treuhandpolitik, Privatisierungen und die Goldgräberstimmung krimineller Investoren in den 1990er Jahren brauchen Aufarbeitung. Wir sehen ein massenhaftes Politikversagen auf allen Ebenen. DIE LINKE wird sich daher in der nächsten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages für eine Enquetekommission einsetzen, die diese tiefen Einschnitte im Leben Millionen Ostdeutscher aufarbeitet und die damaligen Politikansätze und Institutionen wie die Treuhand überprüft.´ Unsere Bundestagsfraktion arbeitet intensiv daran, eine effektive Form der Aufarbeitung zu finden und dafür um Unterstützung zu werben, davon konnte ich mich in dieser Woche bei einem Treffen von ostdeutschen Politikerinnen und Politikern aus Landtagsfraktionen und Bundestagsfraktion überzeugen.“


Pressesprecherin

Diana Glöckner

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