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Katharina König-Preuss

Durchsuchungen bei „Turonen“ – wichtiger Schritt gegen kriminelles Neonazi-Netzwerk

Seit Freitagmorgen durchsucht das Landeskriminalamt Thüringen nach MDR-Informationen mit 500 Polizist*innen die Wohnungen und Immobilien von rund zehn Neonazis, die dem militanten Neonazi-Netzwerk „Turonen“/„Garde 20“ zugerechnet werden. Dazu erklärt Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Es ist gut, dass nun auch wahrnehmbar gehandelt und den Neonazis bei ihren offensichtlich kriminellen Aktivitäten in die Parade gefahren wird. Ich hoffe, dass die Durchsuchungen der Polizei erfolgreich sind, nachdem sich das Netzwerk der Turonen lange weitgehend ungestört nicht nur mit Rechtsrock-Konzerten, sondern mutmaßlich auch mit Drogen- und Waffenhandel eine goldene Nase verdienen konnte“.

König-Preuss hatte erst vor vier Wochen erneut vor den Ausweitungen der Aktivitäten der Gruppe und einer Verschmelzung mit der organisierten Kriminalität gewarnt. Auch in der von ihr veröffentlichten Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage Ende Januar ging hervor, dass allein 32 Ermittlungsverfahren seit 2019 gegen Mitglieder der Turonen-Gruppierung verzeichnet wurden, darunter Körperverletzung, Volksverhetzung, Betrug, Hehlerei, Urkundenfälschung, Hausfriedensbruch und andere Delikte.

Die Abgeordnete weiter: „Die Geschäfte liefen bislang gut, neben der Immobilie in Ballstädt, die auch Ausgangspunkt für den schweren Überfall auf die Kirmesgesellschaft 2014 war, soll es inzwischen auch Objekte im nahegelegenen Henningsleben und Gotha geben, auf die die Turonen Zugriff haben. Die Immobilien dienen als Rückzugsorte und die aufgebauten Vertriebsstrukturen, egal ob für Rechtsrock oder mutmaßlich Waffenhandel, Geldwäsche, Prostitution oder Drogenhandel, sichern die finanzielle Existenz des Neonazi-Netzwerkes, das auch mit „Blood & Honour“ und „Combat 18“ verknüpft ist. Die akquirierten Gelder dienen dabei nicht nur der persönlichen Bereicherung, sondern fließen zurück in die Szene. Gerade die Waffenaffinität dieser Personen macht das Treiben so gefährlich“.

Ein Teil der heute im Blick stehenden Neonazis waren am schweren Übergriff auf die Kirmesgesellschaft 2014 in Ballstädt beteiligt. „Die heutigen Durchsuchungen sollten auch Einfluss auf den Fortgang des nun erneut zu verhandelnden Ballstädt-Prozesses haben, von dem erst kürzlich bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft den beschuldigten Neonazis Bewährungsstrafen angeboten hatte“, so König-Preuss.

Nach Einschätzung der Abgeordneten waren für die Neonazis in der Region um Ballstädt und Gotha auch Auslandskontakte für die kriminellen Entwicklungen prägend: „Gerade die intensiven Beziehungen zur Gruppierung Objekt 21 in Österreich, wo Neonazis auch durch Waffen- und Drogenhandel und im Rotlichtmilieu Geld verdienen konnten, dürften dazu Inspiration gewesen sein, aber auch die Verbindungen zu ‚Blood & Honour‘ und ‚Combat 18" in der Schweiz, wo die Turonen allein mit einem einzelnen Konzert mehr als 150.000 Euro durch ein Rechtsrock-Konzert einnehmen konnten“.

Abschließend erklärt König-Preuss: „Die heutige Razzia, insbesondere die Vorbereitung zur Realisierung der Haftbefehle, war ein wichtiger Schritt auf dem Weg, diesen kriminellen braunen Sumpf endgültig trocken zu legen.“

 


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