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Steffen Harzer

Hände weg vom Thüringer Wald – Keine Verschandelung unserer schönen Heimat durch Windkraftanlagen 1/2

Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktion der AfD - Drucksache 6/6993

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen,

 

(Heiterkeit AfD)

 

es ist wieder mal ein Beispiel aus der Serie „Pleiten, Pech und Pannen“ der AfD-Fraktion, die keine Ahnung von nichts hat und das auch noch tatkräftig und lautstark hier verkauft, die das völkisch auch noch verkauft und die in einer gewohnten Manier hier versucht, Ängste zu schüren, statt letztendlich darauf einzugehen, dass wir Ängste davor haben müssen, dass wir den Thüringer Wald verlieren. Und ich meine damit nicht nur den Thüringer Wald als Thüringer Wald, sondern den Wald in Gesamtthüringen. Dann hätten Sie vielleicht mal in ihrer Abgeordnetentätigkeit was Vernünftiges getan und hätten den Waldzustandsbericht von ThüringenForst 2018 gelesen, liebe Damen und Herren von der AfD-Fraktion – „liebe“ ist ja schon zu viel gesagt –. Damen und Herren der AfD-Fraktion, hätten Sie den mal gelesen, da hätten Sie gelesen, dass nur noch 19 Prozent des Thüringer Waldes gesund sind. Das ist weniger als 1993, als wir damit angefangen haben, mit dem Waldzustandsbericht. 19 Prozent sind noch gesund, der Rest ist geschädigt. Warum ist er denn geschädigt? Er ist geschädigt, weil der Boden dieses Wasser nicht mehr speichert, weil der Boden nicht mehr genug Wasser hat, weil kontinuierlich seit Beginn der Messung die Wasserkonzentration in dem Oberboden des Waldes abnimmt, weil auch die Starkregenereignisse in den Herbst- und Wintermonaten, die in den letzten Jahren gefallen sind, nicht mehr ausreichen seit 2003, den Wasservorrat aufzufüllen, weil zu viel kommt, weil es oberflächlich abläuft und nicht mehr aufgenommen wird, weil in den Wintern die kalten Tage fehlen, der Schnee fehlt, der sich langsam beim Abtauen früher in den Waldboden gesogen hat. Das alles ist nicht mehr da und das schädigt die Bäume nachhaltig. Dazu kommen dann die Borkenkäfer, die dann die Bäume kaputt machen und dann für ein flächendeckendes Absterben des Waldes sorgen. Das sind Auswirkungen des Klimawandels. Das sind Auswirkungen, die es durch den Treibhauseffekt in Thüringen mittlerweile gibt. Wir haben 0,8 Grad Celsius Erwärmung seit 1990 in Thüringen. Das müssen wir einfach zur Kenntnis nehmen. Deswegen müssen wir was gegen den Klimawandel tun, müssen etwas gegen den CO2-Ausstoß tun, auch wenn immer gesagt wird, CO2, das sind ja nur 0,04 ppm pro Kubikmeter in der Luft, also verschwindend gering. Dann empfehle ich Ihnen, nehmen Sie mal ein Nanogramm Botox, mal sehen was mit Ihnen passiert. Sie fallen um und sind tot. Das ist weniger als die 0,04-Konzentration von CO2. Rechnen Sie es sich aus und nehmen Sie dieses Botox, da werden Sie es mitbekommen, denn Sie überleben es nicht. Es ist nicht immer die Konzentration, die entscheidend ist, es ist die Wirkung, die entscheidend ist. Und es ist nun mal so, dass die Gase O2 und Stickstoff – N2 – bei uns in der Atmosphäre keine Wärme binden, keine Wärme abstrahlen, weil sie zweifach sind. Aber bei CO2 als dreifaches Element ist es wieder etwas anderes – da müssen Sie sich mal damit befassen –, dort wird die Wärme gespeichert und diese Wärme geht nicht heraus aus dieser Erde. Und wenn wir diesen Effekt nicht hätten, dann wären es bei uns minus 18 Grad im Durchschnitt kalt. Dieser Klimaeffekt ist ja auch notwendig für die Erde, aber er wird verstärkt und kommt zu einem Stand, der nicht mehr gesund ist für diese Welt und der nicht mehr gesund ist für uns. Deswegen müssen wir etwas dagegen tun und deswegen müssen wir endlich handeln und dazu gehören natürlich auch Windräder, weil ein Windrad im Schnitt 10.000 Tonnen CO2 einspart, ein Hektar Wald sind 13 Tonnen CO2 pro Jahr, die er speichert. Das muss man auch mal dazu sagen. Deswegen ist es auch vernünftig, entsprechend Windräder zu bauen.

 

Sie haben Bezug genommen auf diese unsägliche Studie der DLR, die rein mathematisch irgendwas berechnet haben, dass irgendwelche Insekten in 150 Metern Höhe fliegen, wo Bienen nie hinkommen, denn was wollen Bienen in 150 Metern Höhe, die sind zum Beispiel eine aussterbende Art oder – wie heißen die Käfer? – die Kotkäfer, die da die Dinger rumrollen, die fliegen überhaupt nicht in 150 Metern, sterben aber trotzdem aus. Weltweit, auch in Gegenden, wo wir keine Windräder stehen haben, sterben die Insekten aus, und in deutlich höheren Raten als in Deutschland. Das ist nun völliger Nonsens, der da erzählt wird. Und wenn Sie mal an die Windräder rangehen und auf die hinaufklettern, wenn die stehen, und sich mal die Flügel anschauen, diese Beschichtung, die da entstehen müsste an den Rotoren, ist überhaupt nicht vorhanden.

 

Präsidentin Diezel:

 

Herr Abgeordneter, kommen Sie bitte zum Ende.

 

Abgeordneter Harzer, DIE LINKE:

 

Das müsste ja dick und fett dort Insektenkot oder Insektenschleim drankleben, wenn dieses Wahrheit wäre. Also wie gesagt, lassen Sie uns vernünftig über dieses Thema reden und nicht mit irgendwelchen Märchen und sonstigen Geschichten, die ein völkischer Mensch hier erzählt.

 

Danke.

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