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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

„Wir müssen wach, nachdenklich und sensibel bleiben“

„Der 27. Januar ist einer der bedeutendsten Gedenktage unserer Erinnerungskultur.  Wir gedenken der ermordeten Juden Europas, der Sinti und Roma, der Zeugen Jehovas, der Millionen Verschleppten, der Zwangsarbeiter der politischen Gefangenen, der Homosexuellen, der Kranken und der Menschen mit Behinderungen“, hatte Landtagspräsidentin Birgit Keller (LINKE) anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus vor rund 260 Gästen im Plenarsaal in Erfurt gesagt.

Es sei „zeitlos und notwendig, sich mit NS-Diktatur und Holocaust, mit Fragen zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in unserer Welt zu beschäftigen“, so Landtagspräsidentin Birgit Keller. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf eine repräsentative Studie des jüdischen Weltkongresses, wonach 27 Prozent aller Deutschen antisemitische Gedanken hegen. „Und die Ergebnisse des Thüringen-Monitors machen deutlich, dass der Antisemitismus auch im Freistaat wächst. 16 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer stimmen antisemitischen Aussagen zu. Das ist ein Anstieg um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind alarmierende Befunde. Sie sind die Hauptbedrohungen unserer freien und demokratischen Gesellschaft. Deshalb gilt es, diesen destruktiven Kräften entschieden und mit großer Konsequenz entgegenzutreten. Das gilt für die Zivilgesellschaft ebenso wie für den Rechtsstaat.“

„Landesregierung, Kirchen, Verbände, Gedenkstätten und Initiativen, aber auch jede und jeder Einzelne müssen sich fragen: Wie kann ich dem Hass auf andere Kulturen und andere Religionen mutig entgegentreten? Wir alle müssen wach, nachdenklich und sensibel bleiben und Antisemitismus konsequent bekämpfen“, hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow anlässlich des Gedenktages betont. „Auch 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz dürfen wir nicht nachlassen, die Erinnerung an die Millionen Morde, an millionenfache Erniedrigung und Entrechtung und an die beispiellose Verrohung und das komplette Versagen jeglicher Menschlichkeit lebendig zu halten. Weil unsere Verantwortung für das Geschehene nie verjährt. Weil wir nicht zulassen, dass sich Nationalismus und Hass erneut Bahn brechen und Undenkbares wieder sagbar und machbar wird. Weil wir es den Opfern des Nationalsozialismus schuldig sind“, so Bodo Ramelow. „Nie wieder! – Das ist die Lehre aus der Geschichte; so lautet die Mahnung für Gegenwart und Zukunft.“

Nach den Reden der Landtagspräsidentin und des Ministerpräsidenten hatte der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Prof. Volkhard Knigge, im Plenarsaal des Landtags eine Gesprächsrunde mit den Holocaust-Überlebenden Eva Pusztai, Günter Pappenheim und Heinrich Rotmensch geleitet.


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