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Es gibt kein Vergessen: Erinnerung und Mahnung

Romani Rose bei der Ausstellungseröffnung im Thüringer Landtag

Es ist ein deutliches und starkes Zeichen, so hat es der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, bei der Ausstellungseröffnung (s. Foto) gesagt, dass der Thüringer Landtag als erstes in der neuen Legislaturperiode die Ausstellung „‘Rassendiagnose: Zigeuner‘- Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Weg der Anerkennung“ zeigt.

Die Ausstellung  des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma war am 16. Januar von Landtagspräsidentin Birgit Keller (LINKE) eröffnet worden. Sie hatte mit Blick auf den 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, die Dringlichkeit der Erinnerung betont. Es begann zunächst mit Ausgrenzung. Und es endete in der planmäßigen Menschenvernichtung mit allein 1,1 Millionen Ermordeten in Auschwitz - vergast, erschossen, zu Tode geschunden -, unter ihnen etwa 20.000 Sinti und Roma. Die Zahl der im nationalsozialistisch besetzten Europa und in den mit Hitler-Deutschland verbündeten Staaten ermordeten Sinti und Roma wird auf eine halbe Million geschätzt. Von den 35.000 bis 40.000 erfassten deutschen und österreichischen Sinti und Roma wurden etwa 25.000 ermordet.

„Es bleibt eine zentrale Aufgabe, das geschehene Unrecht immer wieder zu thematisieren“, sagte Birgit Keller, die auch daran erinnerte, dass die Sinti und Roma erst im Jahr 1995 als nationale Minderheit anerkannt wurden.

Romani Rose, der darauf verwiesen hatte, dass Sinti und Roma seit 600 Jahren in Deutschland beheimatet sind, dankte der Thüringer Landesregierung für ihr großes Engagement beim Erhalt und Schutz der Grabstätten. Diese Gräber seien „öffentliche Lernorte und ein grundlegender Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur“. Seit 1995 gibt es in der Gedenkstätte Buchenwald ein Mahnmal. Auf 18 der Stelen sind die Namen von Konzentrations- und Vernichtungslagern eingemeißelt, in denen Sinti und Roma ermordet wurden.

In der Ausstellung im Landtag ist ein Abschnitt dem „Zigeunerlager“ in Auschwitz gewidmet: „Rechts und links der Lagerstraße standen jeweils zwanzig Baracken. In den sogannten ‚Wohnbaracken‘ waren bis zu tausend Menschen auf dreigeschossigen Holzpritschen zusammengepfercht. Im März und Mai 1943 kam es zu den ersten Massenvergasungen, bei denen über 2.700 Männer, Frauen und Kinder mit dem Giftgas Zyklon B ermordet wurden. Von den insgesamt 23.000 im ‚Zigeunerlager‘ inhaftierten Menschen kamen nahezu neunzig Prozent ums Leben.“

Die Ausstellung kann besichtigt werden Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr (außer an Plenartagen), am Wochenende nach telef. Vereinbarung mit Silvia Erlekampf unter 0361 37 72005, E-Mail: silvia.erlekampf@thueringer-landtag.de


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