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80. Jahrestag November-Pogrome: Erinnerung und Mahnung wichtiger denn je

Anlässlich des 80. Jahrestages der Pogromnacht erklärt Susanne Hennig-Wellsow, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Landtag und Landesvorsitzende der Linkspartei in Thüringen: „Der 9. November 1938 steht für das grauenvollste Kapitel deutscher Geschichte, 400 Juden wurden ermordet, erschossen oder in den Tod getrieben, 1.400 Synagogen und Betstuben sowie 7.500 Geschäfte und Wohnhäuser zerstört. Es folgten Krieg und die Shoa - die Vernichtung der europäischen Juden. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in Europa. Hassreden, Gewalttaten und Aufmärsche im Jahr 2018 unterstreichen für uns die Verantwortung auch heute, gegen Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus konsequent einzuschreiten, egal ob sie von Neonazis, von AfD-Politikern oder von religiösen Fundamentalisten kommen.“

„Dass auch 80 Jahre nach der Pogromnacht weiter aus antisemitischen Motiven Menschen diskriminiert, eingeschüchtert oder ermordet werden, ist entsetzlich. Gerade weil auch in Thüringen im ersten Halbjahr 2018 jede Woche mehr als eine antisemitische Straftat aktenkundig wurde, haben wir hier noch viel zu tun“, sagt Hennig-Wellsow, die zu bedenken gibt, dass die nicht statistisch erfassten antisemitischen Straftaten weit höher liegen.

Hennig-Wellsow begrüßt, dass die Landtagsfraktionen von DIE LINKE, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit der CDU in diesem Jahr einen gemeinsamen Antrag gegen Antisemitismus beschlossen haben, mit dem künftig auch eine spezifischere Erfassung antisemitischer Straftaten durch die Sicherheitsbehörden realisiert und Mitarbeiter geschult werden sollen. Die Abgeordnete warnte anlässlich des Jahrestages der November-Pogrome auch vor der 2018 verstärkten Radikalisierung der AfD: „Wenn sich die Thüringer AfD-Fraktion in einem veröffentlichten Positionspapier gegen die 'Durchmischung der Bevölkerung mit Personengruppen anderer Hautfarbe' wendet, dann sollten bei allen Demokratinnen und Demokraten die Alarmglocken schellen. Nicht erst seit Höckes rassistischen Rede über die vermeintlichen Fortpflanzungsstrategien von Afrikanern 2015 ist klar, welch rechtslastiges Weltbild ihm zu eigen ist. Wir wissen, dass es mit Diskriminierung, Entrechtung und Hassparolen damals anfing. Umso mehr werden wir uns vehement der menschenfeindlichen Agitation der AfD entgegenstellen und für eine solidarische, tolerante und offene Gesellschaft werben“.