Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Kati Engel

Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehr beim Jugendzukunftstag

Die Bundeswehr veranstaltete in der Erfurter Henne-Kaserne vom 26.04. bis 28.04. 2022 die Jugendzukunftstage. Rund 500 Schülerinnen und Schüler folgten der Einladung des Informationstechnikbataillon 383. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, sich über verschiedene Bereiche zu informieren.

DIE LINKE. möchte darauf aufmerksam machen, dass die Bundeswehr kein normaler Arbeitgeber ist. Kati Engel, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag, betont:

„Leider ist dies kein Einzelfall. Die Bundeswehr wirbt immer wieder an und mit Kindern und Jugendlichen. Der Dienst an der Waffe ist aber eben kein normaler Beruf, denn die Rekrut:innen werden auch dazu ausgebildet, im Extremfall andere Menschen zu töten. Wir unterstützen daher nicht nur das Werbeverbot an Schulen, sondern auch ein Rekrutierungsverbot von Minderjährigen.“

Deutschland hat bereits 1989 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. In Artikel 38 der Kinderrechtskonvention wird deutlich: Alle Kinder sollen aus militärischen Konflikten herausgehalten werden. „Dennoch spricht die Bundeswehr mit ihrer Werbung gezielt die Technikbegeisterung und Abenteuerlust der Kinder und Jugendlichen an. Sie erlaubt es, dass Kinder in Panzer, Kampfjets oder anderes militärisches Großgerät steigen“, erläutert die Landtagsabgeordnete Engel. „Dabei verschweigt sie, dass die Bundeswehr eben kein normaler Arbeitgeber ist. Die Schattenseiten wie z. B. die Risiken von Auslandseinsätzen werden nicht thematisiert.“

In Deutschland werden jährlich über 1.300 Minderjährige an der Waffe ausgebildet. „Jedoch wird hier eindeutig gegen die „Freiwilligkeit“ verstoßen, da ich als Rekrut nach einer sechsmonatigen Probezeit nicht mehr aus meinem langjährigen Vertrag heraus komme“, meint Kati Engel.

Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (Committee on the Rights of the Child) hat Deutschland bereits 2014 aufgefordert, die Rekrutierung Minderjähriger einzustellen und Militärwerbung, die auf Kinder und Jugendliche abzielt, zu verbieten „Es ist endlich an der Zeit, diese Forderung der Vereinten Nationen umzusetzen. Jegliche Bundeswehrwerbung bei Kindern und die Rekrutierung Minderjähriger ist zu verbieten!“, fordert Engel „So unglaublich es klingt, aber unsere Armee ist eine der wenigen weltweit, die Unter-18-Jährige noch bei sich aufnimmt. Damit muss endlich Schluss sein!“