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Ralf Plötner, Sascha Bilay

Impfstoff endlich global gerecht verteilen

„Bei der Impfstoffverteilung zeigt sich ein starkes Gefälle zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden. Besonders auffällig ist die große Kluft zwischen dem afrikanischen Kontinent und dem Rest der Welt. Die Bundesregierung muss sich endlich dafür einsetzen, den Impfstoff für eine Corona-Schutzimpfung global gerecht zu verteilen“, erklären die beiden Landtagsabgeordneten der LINKEN, Ralf Plötner und Sascha Bilay.

Gut zwei Jahre nach Beginn der Pandemie sind in Deutschland rund 69 % der Bevölkerung vollständig geimpft. In allen Bundesländern werden zum jetzigen Zeitpunkt täglich Booster-Impfungen verabreicht. Währenddessen sind auf dem afrikanischen Kontinent nur rund 8 % der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, einmal geimpft sind dabei nur rund 4 % der Menschen. „Die ärmsten Länder der Welt, die die Folgen und das Ausmaß der Pandemie aufgrund kaputt gesparter Gesundheitssysteme, Armut, fehlendem Zugang zu ausreichender Hygiene- und Schutzausrüstung besonders zu spüren bekommen, werden von den Industrienationen nun zusätzlich bei der Verteilung des Impfstoffes im Stich gelassen. Viele Fortschritte der letzten Jahre in den Bereichen Bildung, Menschenrechte und Armutsbekämpfung und Partizipation werden durch die immer länger andauernde Pandemie und deren Folgen zu Nichte gemacht“, kritisieren der Gesundheitspolitiker Plötner und der Innenpolitiker Bilay.

Aus deren Sicht sei es nicht hinnehmbar, dass die Länder des globalen Nordens aus eigenen Interessen heraus die Impfstoffverteilung derart ungerecht gestalten. Das Aufkommen immer neuer Virusvarianten zeige, dass sich die reichen Länder nicht aus der Pandemie herauskaufen können! Durch Impffortschritte auf dem gesamten Globus sinke auch die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von neuen Corona-Mutationen. „Es ist dringend notwendig, dass die Impfstoffpatente aufgehoben und ein Technologietransfer zu deren Herstellung in den globalen Süden erfolgt“, so die beiden Parlamentarier Plötner und Bilay. 

„Die neue Bundesregierung steht in der Pflicht, im Rahmen der Außen- und Europapolitik dafür zu sorgen, dass die Partnerländer im globalen Süden nicht allein gelassen werden. So werden alte Machtstrukturen reproduziert und manifestiert, die es den ärmsten Ländern nahezu unmöglich machen, die Lebensbedingungen für ihre Bevölkerung zu verbessern“, so Plötner und Bilay abschließend.