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Wirtschaft und Digitalisierung auf dem Land: Alternative Unternehmensformen und autarke Freifunkinitiativen

Die Modernisierung unseres Landes ist notwendig, um auch zukünftig allen Menschen in Stadt und Land gute Arbeits- und Lebensbedingungen zu gewährleisten. Dies ist nur mit einer schnellen und konsequenten Durchsetzung der sozial-ökologischen Transformation möglich. Im Freistaat Thüringen dominiert der ländliche Raum als Lebenswirklichkeit für viele Einwohner:innen. Seine Stärkung im Verbund ist Zielstellung für eine gute Zukunftsperspektive der Thüringer:innen. Die Herausforderungen dafür sind vielfältig – angefangen von Grundfunktionen der Daseinsvorsorge, einschließlich öffentlicher Mobilitätsangebote, über die wirtschaftlichen Perspektiven bis hin zu ehrenamtlichen Strukturen eines funktionierenden Gemeinwesens.


Je nach Region unterscheiden sich die Perspektiven im ländlichen Raum stark voneinander. Hier wollen wir ansetzen und gemeinsam mit Vereinen und Initiativen Politik für den ländlichen Raum aktiv gestalten. In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen, vor denen ländliche Räume stehen, sind für eine erfolgreiche Entwicklung innovative und vor allem an der jeweiligen Region orientierte Lösungen erforderlich, die den Menschen eine konkrete Verbesserung in ihrem Alltag bringen und gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Thüringen sichern. Die zentralen Orte und größeren Städte müssen dabei mit ihren Funktionen für das Umland, insbesondere mit Blick auf Hochschulen, Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmensansiedlungen, mitgedacht werden.


Im Bereich Wirtschaft wollen wir den Blick auch auf alternative Unternehmensformen richten, die den ländlichen Raum stärken können und Formen der bürgerlichen Selbsthilfe unterstützen. Andreas Schubert ist als wirtschaftspolitischer Sprecher in der Linksfraktion mit vielen Aktiven im Gespräch, die sich nicht nur beruflich, sondern auch ehrenamtlich in ländlichen Strukturen einbringen, beispielsweise in Form von Genossenschaften. Tragfähige Lösungsmodelle für Versorgungsprobleme können durch Genossenschaften ermöglicht werden. Einrichtungen und Dienstleistungen, die ländliche Räume gestalten und wiederherstellen, sind von grundlegender Bedeutung. Neben den bekannten Aktionsfeldern im Agrar- und Forstbereich oder der Wohnungswirtschaft gibt es weiteres Potenzial zum Beispiel bei der Nahversorgung und im Zukunftsfeld Energiesicherheit aus regenerativen Quellen. Viele Beteiligte gründen Vereine, Initiativen oder eben auch Genossenschaften, weil sie einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten möchten. „Dieses Engagement sollte aufgegriffen werden und auch politisch viel mehr gewürdigt werden. Denn wo sich Menschen auf den Weg machen und erfolgreich Strukturen etablieren, werden ländliche Strukturen gestärkt.


Besonders das Thema der digitalen Transformation bewegt Unternehmen und Menschen, die in weniger städtischen Gebieten leben. „Digitalisierung, Breitbandausbau und die Umsetzung des OZG (Onlinezugangsgesetz) beschäftigen Kommunen und Verwaltungen und insbesondere junge Menschen, die sich konkret dafür entschieden haben, auf dem Land oder in kleineren Dörfern zu leben.


Wie kann das Leben für Menschen in ländlichen Regionen durch Digitalisierung attraktiv gestaltet und organsiert werden? Das ist die zentrale Fragestellung. Digitale Prozesse können Strukturen, besonders solche, die vom bürgerschaftlichen Engagement getragen werden, vereinfachen und Abhilfe schaffen. Vorbildlich sind hier die Freifunkinitiativen, die die Vision einer Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke vorantreiben wollen. Immer mehr Menschen bauen in Eigenregie freie Netze auf und stellen WLAN-Router für den Datentransfer der Allgemeinheit zur Verfügung. Häufig wird auch der Internetzugang zur Verfügung gestellt und ermöglicht anderen den Zugang zum weltweiten Netz. In ländlichen Räumen braucht es genau solche Initiativen und Engagierte, um digitalpolitische Strukturen zu verbreiten und sich zu vernetzen.