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Wer die Folgen trägt: Klimakrise und soziale Frage

Foto: Hermann / Pixabay

Unwetter, Dürre, Waldbrände – die Folgen des menschengemachten Klimawandels bestimmen täglich die Schlagzeilen. Selbst wenn die Politik den ökologischen Hebel jetzt radikal umlegt, werden die Folgen des Klimawandels noch Jahre weiter zu spüren sein. Gesellschaften passen sich daran an, doch das hat Folgen und nicht jede*r ist davon gleichermaßen betroffen.

Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft und des Öko-Instituts im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat nun die „Verteilungswirkungen eines fortschreitenden Klimawandels“ untersucht. Dabei wurden vor allem „vulnerable Gruppen“ in den Blick genommen, also Menschen, die aus sozialen und ökonomischen Gründen verletzlicher sind. Untersucht wurde, wie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel diese Gruppen in Sachen Wohnen, Ernährung, Mobilität und Gesundheit betreffen.

So gehen die Forscher*innen davon aus, dass Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser, Dämmung oder Kühlung im Gebäudebereich zu steigenden Kosten für Mieter*innen führen könnten. Hinzu kommen gegebenenfalls noch Mehrkosten für den Energieverbrauch von Klimaanlagen. „Besonders Haushalte mit geringem Einkommen gehören hier zu den vulnerablen Gruppen, da sie häufiger in Wohnraum mit Sanierungsbedarf wohnen und die steigenden Mietkosten ihr knappes Budget übersteigen können“, heißt es in der Studie. Für Unwetterschäden, eine weitere Folge des Klimawandels, würden zwar die Eigentümer*innen oder Versicherungen aufkommen. Aber auch hier seien „besonders Eigentümer*innen mit geringem Einkommen betroffen. Zu ihnen gehören zum Beispiel Rentner*innen.“

Soziale Folgen hat der Klimawandel auch bei der Ernährung. Es sei davon auszugehen, so die Studie, „dass Extremwetterereignisse zu Ernteeinbußen führen werden, die sich auf die Lebensmittelpreise auswirken“. Zwar seien Prognosen sehr schwierig. Da aber gerade Haushalte mit geringem Einkommen „nur ein begrenztes Budget für Lebensmittel“ haben und wenig finanzieller Spielraum besteht, um für Mehrkosten im Ernährungsbereich aufzukommen, drohe hier „Ernährungsarmut“.

Im Verkehrssektor sei mit höheren Kosten für den Erhalt und den Umbau der Verkehrsinfrastruktur zu rechnen, die zu steigenden Ticketpreisen führen könnten. Zu erwarten ist, dass der ÖPNV auch durch andere klimabedingte Mehrkosten teurer wird, wenn politisch nicht gegengesteuert wird. Im Gesundheitsbereich ist bereits heute feststellbar, dass Menschen mit geringen Einkommen und Ältere oft stärker von den Folgen des Klimawandels, etwa von Hitzewellen, betroffen sind. Dies gilt auch für Beschäftigte in Branchen wie dem Bau oder der Post, wo es zu steigenden körperlichen Belastungen kommen wird.