Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Weichen stellen

In Thüringen arbeiten etwa 55.000 Beschäftigte in der Automobilzulieferindustrie und erwirtschaften einen Gesamtumsatz von ca. neun Milliarden Euro. Viele Beschäftigte fürchten derzeit um ihre Jobs. Handlungsbedarf ist vor dem Hintergrund der sozial-ökologischen Wende dringend geboten. Die Linksfraktion im Thüringer Landtag hat deshalb immer wieder das Gespräch mit Beschäftigten, Unternehmen und Gewerkschaften gesucht.

Zuletzt fand Ende Juni 2020 im Thüringer Landtag ein Fachgespräch zur Transformation der Automobilzulieferindustrie statt. Lena Saniye Güngör, Sprecherin für Arbeitsund Gewerkschaftspolitik, und Andreas Schubert, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, luden Dr. Madeleine Holzschuh von der Uni Jena, Rico Chmelik von automotive thüringen und Michael Ebenau sowie Jakob Habermann von der IGMetall zum Gespräch ein.

Gemeinsam mit den Beschäftigten in den Unternehmen und Betrieben wollen wir eine neue Qualität des Wirtschaftens umsetzen, hin zu mehr Wirtschaftsdemokratie zum Beispiel mit Transformationsbeiräten. Andreas Schubert betont: „Mit unserem Positionspapier ‚Wirtschaften nach Corona‘ haben wir uns einen klaren politischen Kompass gegeben, der auch auf eine sozial-ökologische Transformation der Automobilindustrie zielt.“ Die Branchenvereinigung automotive thüringen sieht in der aktuellen Krise auch eine Chance, da einige Unternehmen in den Standort Thüringen kräftig investiert haben wie etwa der chinesische Batteriehersteller CATL.

Diese Transformation funktioniert nur, wenn wir die Betriebe und Beschäftigten nicht außen vor lassen. Neben dem Dialog mit Akteur*innen aus der Branche stehen der Ausbau von Netzwerkstrukturen sowie die Weiterund Fortbildung der Beschäftigten auf der Agenda. „Den Mitarbeiter*innen in den Betrieben müssen umfassende Weiter-und Fortbildungsmaßnahmen gewährt werden, damit Thüringen auch in Zukunft mit Blick auf den anhaltenden Fachkräftemangel gut aufgestellt ist,“ erläutert Lena Saniye Güngör. Überlegungen, die Weiterbildungsmaßnahmen über ein Transformationskurzarbeiter*innengeld zu realisieren, wurden von der IG-Metall eingebracht.

Die Teilnehmer*innen des Fachgesprächs waren sich einig, dass alle Beteiligten der Branche mehr netzwerken müssen, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und die Mobilitätswende fest in den Blick zu nehmen. Das Wirtschaftsministerium sollte hier auch den bereits gestarteten Branchendialog intensivieren, um die Netzwerkstrukturen weiter auszubauen.

Katharina Wischmeyer