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Unter den Nägeln: Studierende der Bauhaus-Universität gestalten Ausstellung im Thüringer Landtag

Seit dem 27. April wird im Thüringer Landtag die Ausstellung »Unter den Nägeln« von Studierenden der Fakultät Gestaltung der Bauhaus Universität Weimar gezeigt. Die 27 Arbeiten von 29 Kunstschaffenden aus den Bereichen Fotografie, Film, Skulptur, Zeichnung, Malerei, Installation, Performance und Audio sind im Funktionsgebäude auf drei Stockwerken zu sehen. Landtagspräsidentin Birgit Keller (LINKE) weihte die vielgestaltige Ausstellung mit einer Laudatio ein: „Diskussion, Petition, Intervention: Diese Begriffe sind für eine parlamentarische Demokratie essentiell. Kunst kann dabei stets Korrektur, Heilung, Atempause, Provokation und geradezu fassungslos machende Schönheit sein. Und sie ist keineswegs nur ein schmückendes Anhängsel. Die Pandemie hat uns genau das noch einmal vor Augen geführt. Kunst und Kreativität sind lebenszugehörig. Deswegen ist es gut, dass kreative Menschen im Thüringer Landtag seit vielen Jahren Kunst präsentieren.“


Lea Bredenbals ist Mitglied der Künstler:innengruppe und stellte den hohen Anspruch der Studierenden dar: „Als einzige Universität innerhalb Thüringens, welche über eine Fakultät Kunst und Gestaltung verfügt, zählt sie zu den wichtigsten Kulturstätten des Bundeslandes. Uns als Studierende der Bauhaus Universität zeichnet eine besondere Geschichte aus. Das Erbe etlicher Kunstschaffenden aus den Gründungs- und darauffolgenden Jahren dieser Institutionen möchte weiterentwickelt, erinnert, reflektiert und vor allem neu erfunden und belebt werden.“


Videokünstler David Frommhold ergänzte: „Wir als junge Kunstschaffende nutzten die Zeit in der Pandemie, Stille und Leerstand zu unterbrechen und selbst in prekären Zeiten aktiv zu bleiben und öffentlich zu wirken.“ Man wolle, dass alle künstlerischen Positionen ihren Raum bekämen. So sei es eine bewusste Entscheidung gewesen, keine Auswahl durch ein Gremium zu treffen und alle künstlerischen Beiträge gleichwertig zu behandeln. Die Kuration wurde vom ganzen Team übernommen „Denn jede Aussage von uns ist wichtig. Kollektiv wollen wir unsere Diversität in den Mittelpunkt dieser Ausstellung stellen.“


Coretta Klaue, die eigentlich Klangkünstlerin ist, malt Gebilde aus Linien, um sich zu entspannen, so wie die Arbeit „Unparalyzed“, die im Hintergrund dieser Seite zu sehen ist. Sie stellte klar: „Wir sind hier, um gesehen, gehört und wahrgenommen zu werden, uns zu positionieren und in einen Dialog zu treten. Unter unseren Nägeln brennt es und es kitzelt uns in den Fingern.“ Besucher:innen bekämen einen Einblick, wie sich dieses Brennen in verschiedenen Medien manifestierte. „So divers und vielfältig wie die ausstellenden Personen selbst.“


„Kunst weitet den Blick und bietet neue Positionen und Sichtweisen. Sie ist fester Bestandteil des Landtags“, so Landtagspräsidentin Birgit Keller abschließend. Mit den Arbeiten der Studierenden der Bauhaus-Universität hole der Landtag nicht nur Nachwuchskünstlerinnen und -künstler in unser Haus. Es werde auch Stück für Stück nachgeholt, was schmerzlich gefehlt hat.


Die Ausstellung ist noch bis zum 31.05. im Landtag zu besichtigen. Ein Besuch vor Ort ist nach langer Pandemiepause mit Anmeldung nun wieder möglich. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Thüringer Landtags: www.thueringer-landtag.de