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Strukturell benachteiligt

Politik ist immer noch ein Männerbetrieb. Bis zum Bundestag oder auch dem Thüringer Landtag muss man nicht schauen, um die Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Ämtern wahrzunehmen. Es reicht schon der Blick zum Kreistag und Rathaus. Bürgermeisterinnen? Nicht einmal jede zehnte der rund 11.000 Städte und Gemeinden in Deutschland hat eine Frau an der Spitze, wie unlängst eine Umfrage zeigte. Abermals ein Beleg dafür, wie wichtig politische Regeln sind, um mehr Parität zu erreichen. Oder wie es die Vorsitzende der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Susanne Hennig-Wellsow sagt: „We don’t fight for flowers!“, Frauen kämpfen nicht für Blumen, sondern für wirksame und tatsächliche Gleichstellung. So, wie es übrigens das Grundgesetz vorgibt: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Worin diese Nachteile bestehen, ist kein Geheimnis. Sascha Bilay, kommunalpolitischer Sprecher der Fraktion, verweist darauf, „dass Frauen bereits bei der Bewerbung um ein politisches Amt struktureller Benachteiligung ausgesetzt sind“. Doppelbelastung von Frauen durch Erwerbs- und Familienarbeit und immer noch bestehende Geschlechterstereotype, die Frauen als Kümmernde statt als Führende einordnet, woraus auch innerhalb einer Partei eine typische Aufgabenteilung resultiert, gehören dazu.

Aber auch „Männerbünde im politischen Betrieb führen dazu, dass so wenige Frauen den Weg in politische Ämter und Mandate finden. Um die Wirksamkeit dieser Gründe einzuschränken, gibt es Instrumente und Maßnahmen: Neben einer Lösung für die paritätische Besetzung auch kommunaler Parlamente und Ämter zählen dazu auch die gezielte Förderung von Frauen in Parteien und politischen Verbänden und die familienfreundliche Gestaltung von Sitzungszeiten“, wie Karola Stange sagt, die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Zu den größten Herausforderungen gehören ihrer Meinung nach „das Aufbrechen von Geschlechterstereotypen, die Lösung von Männerbünden und damit auch das Teilen von politischer Macht im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit“.PR