Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Parlamentsreport 22-2020

Wir haben gelernt.

„Jetzt geht wieder alles von vorne los“, hat die Hamburger Band „Tocotronic“ vor langer Zeit einmal gesungen. Das mag manchem auch mit Blick auf die zweite Welle der Corona-Pandemie einfallen. Doch „von vorne los“ geht jetzt gar nichts, denn aus den Erfahrungen des Frühjahrs wurde viel gelernt.


Bodo Ramelow hat es Anfang November in seiner Regierungserklärung so formuliert: „Wir haben alle gemeinsam die aus den damaligen Einschränkungen gewonnene Zeit gut genutzt. In den Krankenhäusern wurden Betten aufgestockt und Beatmungsgeräte angeschafft. Die Gesundheitsämter haben Personal eingestellt.“ Überall wurden Hygienekonzepte umgesetzt, viele Schulen und Unternehmen haben in der Digitalisierung einen großen Satz nach vorn gemacht. Und das ist beileibe nicht alles.


Susanne Hennig-Wellsow, die Vorsitzende der Linksfraktion, hat im Landtag darauf hingewiesen, dass wir alle seit dem Frühjahr viel gelernt haben, ja: viel lernen müssen. Damit ist nicht nur der Umgang mit der Pandemie gemeint, die ständige Suche nach wirksamen aber verhältnismäßigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller und zur Bewältigung der Folgen von Einschränkungen. Gelernt haben wir auch, was Solidarität im Alltag bedeutet und wie diese uns allen zugute kommt: „Eine große Mehrheit weiß, dass wir diese Krise nur gemeinsam meistern können. Und eine große Mehrheit hat Verständnis für die Maßnahmen. Sie trägt den Kurs der Landesregierung gegen die Pandemie sowie zur Abfederung der ökonomischen und sozialen Folgen mit.“


Gerade in Zeiten, in denen aggressive und lautstarke Minderheiten gegen Vernunft und Gemeinsinn aufmarschieren, in denen Rechtsradikale die Kritik an Corona-Maßnahmen für ihre unmenschliche und antidemokratische Politik instrumentalisieren, sollten wir uns das Verantwortungsbewusstsein und die aufopferungsvolle tägliche Arbeit der Vielen öfter ins Bewusstsein rufen. „Wir können aber auch sagen, dass die große Solidarität, die wir in den vergangenen Monaten erlebt haben, heute ebenso trägt“, so hat es Susanne Hennig-Wellsow formuliert. Es geht also auch im nun anstehenden ersten Corona-Winter nicht „alles von vorne los“. Sondern wir haben neue, gute Erfahrungen gemacht, auch und trotz der schlechten Zeiten einer Pandemie solchen Ausmaßes. Ihre Redaktion