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Parlamentsreport 05-2020

Als 1911 zum ersten Mal ein internationaler Frauentag begangen wurde, fanden die Aktionen für die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen noch am 19. März statt. Verbunden mit dem Namen Clara Zetkin, die ein Jahr zuvor die Einführung eines internationalen Frauentages vorgeschlagen hatte, wird dieser seit 1921 am 8. März gefeiert. Oder besser: Es ist ein Tag, an dem Fortschritte der Emanzipation gewürdigt, zugleich aber auch gegen die noch bestehenden, teils gravierenden Benachteiligungen von Frauen kämpferisch gestritten wird. Und immer wieder geht es auch darum, dass bereits Erreichtes nicht wieder verschwindet.

Die Corona-Krise ist so eine Zeit, in der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern wieder zunehmen. Darauf hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mehr als einmal in den vergangenen Monaten hingewiesen. Wenn Eltern in Zeiten geschlossener Kitas und Schulen einspringen müssen, tragen meist die Mütter die Hauptlast. Bei der Arbeitsteilung innerhalb von Partnerschaften komme es tendenziell zu einer „Retraditionalisierung“. Auch die ohnehin schon bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern dürfte sich durch die CoronaKrise noch weiter vergrößern, befürchten die Forscher*innen. Um dem entgegenzuwirken, brauche es zumindest für die unteren Einkommensgruppen mehr finanzielle Unterstützung, wenn wegen Kinderbetreuung Arbeitszeit reduziert werden muss, und eine Entlastung bei der Sorgearbeit, so ihre Forderung.

„Es gab große Dankesworte und auch Applaus für die Held*innen des Alltags, allerdings finanziell hat sich für die meisten nichts geändert“, so heißt es dieser Tage bei ver.di in Thüringen. „Was muss geschehen, damit Frauen* endlich entsprechend ihrer Verantwortung fair bezahlt werden?“

Der Punkt ist: Wenn sich pandemiebedingt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern vergrößert, dann auch deshalb, weil sie zu lange politisch hingenommen wurde. Darauf machen in diesem Jahren nicht nur Gewerkschaften aufmerksam. Und übrigens auch nicht nur am Frauentag. Engagement für Gleichberechtigung, für gleiche Löhne, Chancen, eine gleiche Verteilung von Sorgearbeit und Möglichkeiten ist jeden einzelnen Tag nötig. Auch, aber nicht nur am internationalen Frauentag. Ihre Redaktion

 

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