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Parlamentsreport 09-2022

Vorwort von Fraktionsvorsitzenden Steffen Dittes:

Vor 77 Jahren, am 08. Mai 1945, kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Die Alliierten, die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, befreiten die Welt vom deutschen Faschismus, während die wenigsten Deutschen sich damals befreit fühlten. Für viele dokumentierte der Tag eine Niederlage und erinnerte noch Jahrzehnte die Mehrheit der Deutschen daran, die Verbrechen des Nationalsozialismus mit getragen zu haben. Es brauchte in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2000, dass ein Bundeskanzler selbstverständlich darauf verweisen konnte, dass niemand mehr bestreite, dass der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und dem Grauen des Krieges gewesen ist.


Ohne die Rote Armee wäre die Befreiung vom Faschismus nicht möglich gewesen. Die Sowjetunion hat mit mehr als 27 Mio. Toten besonders unter dem von Deutschland ausgegangen Vernichtungskrieg gelitten. „Auch wenn das heutige Russland weder territorial und noch viel weniger politisch und gesellschaftlich mit der damaligen Sowjetunion gemein hat, ist es eine bittere historische Tragik, dass Russland die Hauptlehre des 2. Weltkrieges ‚Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus.‘ mit dem verbrecherischen Okkupationskrieg gegen die Ukraine, einem früheren Teil der Sowjetunion, mit Panzern und Raketen scheinbar vergessen machen will. Den 8. Mai auch weiterhin als Tag der Befreiung zu begehen, an die unzähligen Opfer, insbesondere auch der Roten Armee, zu erinnern, gehört zu unserer historischen Verantwortung, wie es zu unserer politischen Verantwortung gehört, an diesem Tag einmal mehr das sofortige Ende des russischen Angriffskrieges zu fordern. Der 8. Mai darf niemals ein Tag des Schweigens werden.
Steffen Dittes, Fraktionsvorsitz

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